"Gestorben wird immer" – das ist natürlich eine viel zu oft zitierte Binsenweisheit. Noch dazu, wenn sie als Titel eines Krimis herhalten muss wie beim neuen Film der ZDF-Reihe "Ein starkes Team". Gestorben wird hier allerdings tatsächlich ziemlich viel.

Ohne nachgezählt zu haben, kann man durchaus behaupten: So viele Leichen wie in diesem Film (Regie: Thorsten M. Schmidt, Buch: Leo P. Ard) gab es wohl noch in keinem der 1994 gestarteten Reihe. Was, zugegeben, aber auch daran liegt, dass die Kommissare Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) und Otto Garber (Florian Martens) diesmal auf Friedhöfen und unter Bestattern ermitteln, dem natürlichen Habitat von Toten sozusagen.

Klöckner ist der Neue im "Starken Team"

Die erste Leiche, deren Ableben es Aufzuklären gilt, findet sich dann auch auf einem Berliner Gottesacker. Sven Kreuzkamp (Jockel Tschiersch) wird erschossen neben einem Grab aufgefunden, mit zwei Kugeln regelrecht hingerichtet. Betrauern will den Toten indes niemand: Kreuzkamp war Bestatter und als solcher äußerst unbeliebt. In Tschechien ließ er seine verstorbenen Kunden kostengünstig kremieren und machte so den Berliner Bestatter-Markt kaputt. Freunde macht man sich so nicht, und so geben sich schon bald die Verdächtigen die Klinke in die Hand.

Da wäre etwa der Arbeitslose Frank Sommer (Alexander Hörbe), der von Kreuzkamp einst abgezockt wurde, als es ums Grab seiner Mutter ging. Auch Kreuzkamps Kollege Lichte (Uwe Ochsenknecht) gerät ins Visier der Ermittler, zumal er in dubiose Geschäfte verwickelt war. Bestatterin Stefanie Lentz (Maria Simon) schließlich, deren Vater von Kreuzkamp in den Bankrott und später in den Selbstmord getrieben wurde, macht sich ebenfalls verdächtig. Vor allem Sebastian Klöckner (Matthi Faust) hält sie für die Schuldige – allerdings will ihm niemand Glauben schenken. Denn Klöckner ist der Neue im "Starken Team" (Kai Lentrodt, der fast zwölf Jahre die Rolle des Ben Kolberg gespielt hatte, verließ Anfang des Jahres die Krimireihe) – und er wird als solcher vom alten Hasen Otto Garber nicht wirklich ernst genommen.

Brav nach Krimilehrbuch

Einen wirklich spannenden Fall hat man Klöckner zum Einstand leider nicht serviert. Zwar wird nach dem Ableben des knausrigen Bestatters weiter munter gestorben – eine Leiche taucht gar in einem bereits belegten Sarg auf –, ansonsten aber wird brav nach Krimilehrbuch ermittelt. Am Ende ist dann zwar nicht der Gärtner der Mörder, aber ein ähnlich unverdächtiger Zeitgenosse. Und der muss sich gar mal wieder selbst verplappern, damit der Fall in den gesteckten 90 Minuten auch ja zu einem glücklichen Ende finden kann. Immerhin: Sidekick Sputnik (Jaecki Schwarz) bekommt einmal mehr einen sympathischen Gastauftritt spendiert (diesmal als Versicherungsmakler), und der Berliner Schnauze von Florian Martens hört man auch im 71. Fall noch immer gern beim Nuscheln zu.


Quelle: teleschau – der Mediendienst