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"Beate Uhse – Das Recht auf Liebe": einsamer Kampf für Freiheit im Schlafzimmer

von Rupert Sommer

Die Unternehmerin Beate Uhse kämpft 1969 vor Gericht gegen den Unzuchtsparagrafen. Die Frau, die Liebende glücklich machen wollte, war selbst ziemlich einsam. 

3sat
Beate Uhse – Das Recht auf Liebe
Drama • 12.06.2020 • 20:15 Uhr

"Ein Orgasmus ist ein Normalzustand", sagt die mutige Frau und lächelt den Richter, den knorrigen Staatsanwalt und das aufmerksam lauschende Gerichtspublikum selbstbewusst an. "Lassen Sie sich doch nicht vorschreiben, was Sie in Ihren Schlafzimmern zu tun und zu lassen haben." 1969 führte Beate Uhse, im Porträtfilm von 2011 meisterhaft dargestellt von Franka Potente, den wohl wichtigsten Prozess ihrer Karriere als streitbare Geschäftsfrau und Volksaufklärerin.

Wieder einmal ging es der Erotikunternehmerin aus Flensburg darum, sich gegen den Unzuchtsparagrafen zur Wehr zur setzen – ein lustfeindliches Relikt aus der Rechtssprechung der Kaiserzeit. Der beeindruckende Film von Regisseur Hansjörg Thurn, den 3sat nun wiederholt, zeigt eine Frau, die auch auf dem Höhepunkt ihrer Geschäftslaufbahn zutiefst unglücklich blieb.

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Das originell in Rückblenden aufgezäumte Biopic nähert sich der 2001 gestorbenen Unternehmerin ohne Moralisieren, aber auch ohne allzu großes Anbiedern an. Dabei vermittelt es den Eindruck einer kämpferischen Frau, deren Weltbild ein zutiefst konservatives war: Beate Uhse – so die Sichtweise, die Thurn vermittelt – träumte von einem erfüllten Kleinfamilienglück in einer funktionierenden Beziehung.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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