Die Mini-Serie "Blochin – Die Lebenden und die Toten" mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle ist eine komplexe Krimi-Erzählung. Vor dem Finale in Spielfilmlänge zeigt das ZDF nun nochmal alle Folgen.

Überall in der Welt, vor allem natürlich in den USA, entstehen gefeierte Qualitätsserien fürs Fernsehen und Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime. Nur Deutschland tat sich als Kulturnation lange schwer mit dem als "Roman der Gegenwart" gefeierten Genre episch erzählter TV-Geschichten. Der Berlin-Thriller "Blochin – Die Lebenden und die Toten" unternahm bereits vor "Babylon Berlin", "Dark" und Co. 2015 den Versuch, den deutschen Mainstream für komplexes Primetime-Erzählen zu begeistern.

Dank des mitreißenden Drehbuchs und des fantastischen Hauptdarstellers Jürgen Vogel gelang das Experiment – allerorts gab man sich voller Lob über die Mini-Thrillerserie um den titelgebenden Berliner Polizisten. Allein: Eine zweite Staffel spendierte man dem Projekt von Autor und Regisseur Matthias Glasner ("Der freie Wille") nicht – dafür aber nun eine finale Folge in Spielfilmlänge. Bevor das ZDF diese am Montag, 5. August, um 22.15 Uhr, zeigt, wiederholt der Sender noch einmal die fünf ersten Episoden.

Blochin (Jürgen Vogel) ist ein Mann ohne Vornamen. Ohne Erinnerungen ist er als Junge einst ins Waisenhaus gekommen. Später gerät der junge Mann mit der Halbwelt in Kontakt, findet sich in der erzählerischen Gegenwart nun aber auf der anderen Seite wieder. Blochin arbeitet als Ermittler bei der Berliner Mordkommission K7. Er lebt mit der Schwester seines Chefs Dominik Stötzner (Thomas Heinze) zusammen: Mit Inka (Maja Schöne), seiner großen Liebe, hat er eine kleine Tochter.

Doch natürlich ist hier nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen. Sonst wäre man nicht in einem Drehbuch von Matthias Glasner, dessen Filme im Prinzip immer Dramen über Schuld und Sühne sind, Studien über das Ringen von Gut und Böse im Menschen und das – ob der Drastik seiner Figuren – auf einem oft schmerzhaft hohen Niveau. Natürlich geht es um einen Mordfall. Den Tod des Drogendealers Toto gilt es aufzuklären, ein alter Freund Blochins aus dessen Zeit als böser Bube. Doch der Fall wird schnell komplex und seltsam, denn er scheint in Kreise der Bundeswehr und Politik zu weisen. Eine ehrgeizige Staatssekretärin beim Berliner Innensenator, Katrin Steinbrenner (Jördis Triebel), mit der Mordkommissionsleiter Dominik Stötzner eine heimliche Affäre hat, schafft auch in der Figurenkonstellation die Drehbuch-Verbindung in die Politik.

Worum es in "Blochin" neben der manchmal fast schon bemüht komplexen Krimihandlung geht, ist das persönliche Drama eines ganzen Ensembles an Figuren aus einem schnellen, getriebenen, lust- und lastvollen Berlin. Da wären die verschiedenen Ermittler aus Dominik Stözners Team, Figuren aus Blochins altem kriminellem Leben – alle werden in "Blochin – Die Lebenden und die Toten" zusammengeführt zu einem großen Reigen des urbanen Überlebenskampfes. Vor dem Finale wiederholt das Zweite die fünf ersten Folgen – am Dienstag, 30.7., 22.35 Uhr; Mittwoch, 31.7., 23.05 Uhr; Donnerstag, 1.8., 23.00 Uhr; Freitag 2.8., 22.30 Uhr, sowie Sonntag, 4.8., 22.15 Uhr.


Quelle: teleschau – der Mediendienst