Was waren eigentlich Bückware und Blümeln? Die ZDFinfo-Doku "Das war dann mal weg: Westpaket, Intershop & Kaderakte" klärt auf – und widmet sich den Dingen, die nach dem Mauerfall im Osten – aber auch im Westen – verschwanden.

Nicht nur politisch fand 1989 eine Revolution statt: Nach dem Mauerfall existierten plötzlich viele Gegenstände, Vorschriften und Alltagsbräuche nicht mehr, von denen die Menschen im Osten und im Westen Deutschlands über Jahre geprägt wurden. "Bei vielen ist das auch gut so – doch um andere ist es schon ein bisschen schade", bemerkt die Doku "Das war dann mal weg: Westpaket, Intershop & Kaderakte" zum Verschwinden jener Dinge. ZDFinfo zeigt den unterhaltsamen wie informativen Film von Claudius Auer, Uta Meyer und Frederique Veith am Sonntag, 4. August, um 20.15 Uhr.

Denn wer weiß etwa noch, was das Wort "Bückware" in der DDR bedeutete? Die dafür im Film charmanterweise befragten Kinder jedenfalls nicht. Auskunft geben können darüber aber natürlich Ost-Schauspieler wie Florian Martens, aber auch Anneke Kim Sarnau (West-Import beim "Polizeiruf 110"), die weiß: "Sachen, die es nur unter dem Ladentisch gab". Martens ergänzt die Beispiele: "Raufasertapete, ungarische Salami, Rosenthaler Kardaka". In Promi-Interviews, unter anderem mit Cherno Jobatey, und anhand hübsch animierter Retro-Filmchen erklärt die natürlich von lauter Nostalgie geprägte Doku, was es mit all untergegangenen Worten und Dingen so auf sich hat.

Da war etwa das berüchtigte Westpaket, in dem die Mischung aus Kaffee, Waschpulver und Schokolade einen für viele unvergessenen Duft erzeugte. Westwaren tatsächlich kaufen konnte man im Osten im Intershop, in dem natürlich mit D-Mark gezahlt werden musste. Zumindest am Anfang – dann ersetzten die "Forum-Schecks zum Erwerb von Waren" die Westmark, deren Umlauf die SED-Regierung möglichst stoppen wollte. So manchen Promi schaut jedenfalls noch heute mit einem ehrfürchtigen "Meine Fresse!" auf den unerreichbaren 500-Mark-Forum-Scheck.

Eine ganze Menge lustiger Anekdoten begleiten die Erklärung von harmlosen Dingen wie "Blümeln" (das Herstellen von Kunstblumensträußen) bis zur potenziell folgenreichen "Kaderakte" (eine Akte, die einen das Leben lang begleitete – samt Zeugnissen, politischer Einstellung und Beurteilungen). Erklärt werden auch Begriffe wie ABF (Arbeiter- und Bauernfakultät) und HO (Handelsorganisation) – denn: "Wenn die DDR in einer Sache spitze war, dann in Abkürzungen", wie es in der Doku heißt. Während in der ehemaligen DDR ganze Lebens- und Begriffswelten verschwanden mussten die Westdeutschen allerdings auch verzichten: Nämlich auf ihre alte Hauptstadt Bonn.

Teil zwei der sehenswerten Doku widmet sich ab 21 Uhr weiteren verschwundenen Dingen – beispielsweise "Ostmark, Westsandmann & Transitstrecke".


Quelle: teleschau – der Mediendienst