Der TV-Sender Sport1 hat auf die massive Kritik an Äußerungen seines Co-Kommentators bei der Darts-WM reagiert. Ab sofort werde Gordon Shumway nicht mehr eingesetzt, teilte Sport1 mit.

Shumway, der als "Caller" in der Dartsszene aktiv ist, hatte während der Live-Übertragung Kritik daran geäußert, dass bei der Darts-WM in London zwei Frauen (Lisa Ashton und Anastassija Dobromyslowa) teilnehmen durften. "Bei Bayern München spielt auch keine Frau", hatte er u.a gesagt. Und: "Männer werden wahrscheinlich immer ein Problem damit haben, gegen Frauen zu spielen." "Übermedien" hatte einen Zusammenschnitt der Aussagen bei Youtube veröffentlicht.

Danach hatte er mehrfach betont, seine Äußerungen seien keinesfalls sexistisch gemeint gewesen. Auch Sport1 hatte das in einer Stellungnahme per Kommentar unter einem Post bei Facebook unterstrichen. Shumway habe zum Ausdruck bringen wollen, dass er sich für die Darts-Spielerinnen eine größere Plattform und mehr Aufmerksamkeit wünschen würde, indem eine eigene Frauen-WM gemeinsam mit dem Männer-Wettbewerb ausgetragen wird. 

Nun hat sich der Sportsender aber doch dazu entschieden, auf Shumway zu verzichten. Womöglich, weil die Kritik in den sozialen Netzwerken nicht abgeebbt war. "Grundsätzlich werden die Sport1-Übertragungen auch im Nachgang fortlaufend von der Redaktion inhaltlich beurteilt, das gilt selbstverständlich auch für diese Darts-Weltmeisterschaft und das entsprechende On-Air-Personal. Vor diesem Hintergrund wurde die Entscheidung getroffen, auf der Experten-Position einen Wechsel vorzunehmen", hieß es in einer Mitteilung des Senders.

Im weiteren Verlauf der Darts-WM wird der Sender dem Kommentator Basti Schwele nun wechselnde Co-Kommentatoren an die Seite stellen, u.a. Werner von Moltke, Geschäftsführer des europäischen Darts-Verbandes PDC Europe, und Darts-Spieler Kevin Münch.

Der in Deutschland als "Stimme des Darts" bekannte Elmar Paulke, der die Darts-WM über viele Jahre für Sport1 begleitet hatte, ist in diesem Jahr nicht mehr für den TV-Sender tätig. Er kommentiert das Event für den Streaminganbieter DAZN.


Quelle: areh