Rund 700 Kilometer nordwestlich von Hongkong leben die Yao-Frauen in einem kleinen Dorf. Sie haben die längsten Haare der Welt.

Inmitten der berühmten Reisterrassen Chinas, den sogenannten Drachenrücken, liegt das malerische Dorf Huangluo. In der bergigen Abgeschiedenheit wäre der 400-Seelen-Ort wohl nicht weiter erwähnenswert. Doch es ist weit über die Grenzen Chinas bekannt. Das liegt an einer jahrhundertealten Tradition. Diese wird dort von allen Frauen gepflegt. Sie haben die längsten Haare der Welt. Länger als zwei Meter kann die tiefschwarze Pracht lang werden.

Angeblich sollen die Ahnen der Yao-Frauen in den Haaren weiterleben. Deshalb dürfen sie auch nicht abgeschnitten werden. Brauchtum hin, Aberglaube her, die imposanten Zöpfe sind zudem zu einem Geschäft geworden. "Wenn ich kurze Haare hätte, dann würde ich hier kein Geld verdienen", sagt die Dorfbewohnerin Pan in "Das Dorf der Langhaarfrauen", einer Dokumentation von Marita Neher.

Auch im Tiefen Süden Chinas ist längst die Macht des Geldes angekommen. Für die zahlreichen Touristen vor allem aus der reicher werdenden Mittelschicht Chinas führen Pan und die anderen Frauen des Dorfes sogenannte Haarkämmshows auf. Für umgerechnet rund zehn Euro ist unter anderem zu sehen, wie die Haare gebürstet werden. Bis zu 20 Mal am Tag öffnet Pan ihren Kopfschmuck – diese Ansicht war in früheren Tagen nur den Männern vorbehalten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst