Ein Musikproduzent wird nach einer Drogen-Party tot in seinem Swimmingpool gefunden, offensichtlich ermordet. Jeder der jungen Partygäste könnte der Täter sein. 

Gotland-Kommissar Anders (Walter Sittler) hat es im neuen Spielfilm "Nachtgespenster" fürwahr mit einer gespenstischen Szenerie zu tun: Nach einer wilden Drogen-Party liegt im Haus eines Songwriters und Musikproduzenten ein Toter im Pool. Es ist der Hausherr selbst, der den für deutsche Ohren ungewöhnlichen Vornamen Tage trägt. Tage feierte immer wieder gerne mit jungen Leuten, die bewundernd zu ihm aufschauten und teils auch in seiner Firma arbeiten durften. Tage war ein merkwürdiger Guru, der testosterongesteuerte Sprüche klopfte. Selbst bei der Hochzeit seiner Schwester ließ er sich das nicht entgehen. Er hatte Geld und schmiss damit herum, der Schwester spendierte er gar ein neues Haus. Doch kurz vor der Hochzeit wollte er das Geld zurück. Wurde der Musiker von seinen Schuldnern beseitigt? Oder war doch einmal mehr Eifersucht im Spiel.

Die Videobilder, die glücklicherweise eine der Party-Besucherinnen aufgenommen hat, zeigen allerdings eine wilde Auseinandersetzung zwischen Tage und einem jungen Mann namens Peer (Joel Lützow). Für Peer war, warum auch immer, Tage ein väterlicher Freund. Aber auch Peers Freundin Luna (Frida Gustavsson) war eine Bewunderin des musikalischen Gurus, hingebungsvoll lauschte sie seinen in Rückblenden gezeigten Konzerten. Er sang, wie es schien, nur für sie.

Doch wer hat wen am frühen Morgen in den Pool gestoßen, und welche Rolle hat dabei die blutverschmierte Musikpreis-Statue gespielt? Da gibt es für den Kommissar und seinen treuen Gehilfen Wittberg (Andy Gätjen) viel zu tun. Nicht nur, dass es draußen klirrend kalt ist und der Schnee allerorten knietief liegt – auch ist die Schar der Verdächtigen riesengroß, eben alles, was sich auf der Hausparty bis morgens früh versammelt hat. Doch Peers Freundin hat in jener Nacht viel mit dem Handy gefilmt. Das erleichtert naturgemäß die Arbeit des Kommissars, den Krimi selbst (Regie: Thomas Roth) wiederum heben die Handybilder über den Durchschnitt hinaus ins Bizarre.

Aber auch zu Hause ist Anders schwer beschäftigt. Die offensichtlich der Pubertät nie entwachsenden Söhne scheinen sich nicht nur viel mit Videospielen zu beschäftigen. Sie sind womöglich, wie Anders mutmaßt, auch den Drogen zugetan. Die Auseinandersetzungen zwischen Anders und seinem Sohn Niklas (Sven Gielnik), ein verbales Gefecht zwischen den Generationen, dominieren geradezu den aktuellen Fall. Der läuft dann auf eine arge Psychopointe hinaus, weit hergeholt, aber überraschend und durchaus schlüssig. Ohnehin wirkt Walter Sittler als Gotland-Kommissar immer wie ein in Ehren ergrauter zuverlässiger Therapeut, der es richtet. In der eigenen Familie ebenso wie bei anderen.

Der Kommissar und das Meer – Nachtgespenster – Sa. 28.12. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH