Er gilt als die reichste Einzelperson in Deutschland: Dieter Schwarz! Bekannt ist er durch seine Lidl-Discounter. Von ihnen gibt es heute weltweit mehr als 10.000 Filialen. Hinzukommen 1.200 Kaufland-Märkte. Rund 400.000 Menschen arbeiten für Schwarz. Gesehen aber dürften sie den beinahe 80-Jährigen noch nie.

Schwarz, der sich 1999 aus der Unternehmensleitung zurückzog, aber immer noch mächtigen Einfluss auf sein Handelsimperium ausüben soll, gilt als Phantom. Sogar über sein Vermögen gibt es nur ungenaue Angaben. Das Wirtschaftsmagazin "Bilanz" schätzte es im August vergangenen Jahres auf rund 37 Milliarden Euro. Wie der gelernte Kaufmann aus Heilbronn zu dieser unglaublichen Summe gekommen ist, beleuchten die Autoren Annebeth Jacobsen und Frank Diederichs in ihrem Familienporträt "Deutschlands große Clans: Die Lidl-Story" über einen der mächtigsten Clans in Deutschland. Bei ihren Recherchen in Archiven sind sie auf bislang unveröffentlichte Dokumente gestoßen, die mit einigen Gerüchten Schwarz betreffend "aufräumen". Mit Schauspielern nachgestellte Szenen stellen das Leben von Dieter Schwarz dar.

So wurde beispielsweise in der Presse immer wieder berichtet, Schwarz stamme aus "kleinen Verhältnissen. Bei ihrem intensiven Blick in die Archive stellten Jacobsen und Diederichs jedoch fest, dass dies keinesfalls stimmt. Vielmehr hat der Kaufmannsberuf in der Familie eine lange Tradition: Vater, Großvater und Urgroßvater waren bereits Kaufleute. Und es war eben nicht Dieter Schwarz, der den "Grundstein" des Firmenimperiums legte.

Denn die Erfolgsgeschichte von Lidl beginnt bereits 1930. Zu jener Zeit war Dieter Schwarz, Jahrgang 1939, noch nicht geboren. Es war sein Vater Josef Schwarz, der zunächst in die Südfrüchte-Handlung "Lidl & Schwarz KG" eintrat. Bald wurde daraus ein Großhandel für Lebensmittel. Seinem Sohn Dieter allerdings fällt nach Abitur, kaufmännischer Ausbildung und Einstieg in das Familienunternehmen der Lohn zu, die Firma entscheidend zu einer Discounter-Kette umgebaut zu haben. Seine Motivation dafür, waren vor allem die ersten Aldi-Filialen der Brüder Albrecht, die in den 1960er-Jahren als erste Discounter in Deutschland erfolgreich gestartet waren.

Mit der "Lidl-Story" setzt das Zweite seine erfolgreiche Porträt-Reihe über "Deutschlands große Clans" fort. In dieser waren unter anderem im vergangenen Jahr die Firmengeschichten von Persil, Volkswagen oder dem Otto-Versand zu sehen. Nach Dieter Schwarz und Lidl folgen "Die Adidas-Story" (2. September) und "Die Bahlsen-Story" (9. September). Die Doku-Episoden werden jeweils dienstags, 20.15 Uhr, ausgestrahlt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst