Seit dieser Saison läuft die Champions League nur noch im Pay-TV. Den Vereinen bringt das zwar zusätzlich Geld, aber Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist dennoch unzufrieden.

Ist die UEFA Champions League ein Allgemeingut, das dem TV-Publikum frei zugänglich sein sollte? Oder doch nur ein Unterhaltungsangebot wie andere auch – und legitimerweise kostenpflichtig? Viel wurde über den kostspieligen Rechtedeal gestritten, der den Abo-Anbietern Sky und DAZN seit dieser Spielzeit die exklusiven Übertragungsrechte an der "Königsklasse" beschert hat.

Die großen Klubs wie der FC Bayern München profitieren von den nochmals gestiegenen Fernsehgeldern. Kritik kommt nun aber ausgerechnet vom Präsidenten des deutschen Rekordmeisters. Im Gespräch mit dem Fachmagazin "kicker" trauerte Uli Hoeneß den frei empfangbaren Übertragungen im ZDF hinterher.

"Ich bedaure es sehr, dass es im Free-TV keine Champions League mehr gibt", sagte Hoeneß. Er hätte sich "sehr gefreut, wenn es wie bisher geblieben wäre". Stattdessen hat der Pay-TV-Anbieter Sky für kolportierte rund 600 Millionen Euro die exklusiven Übertragungsrechte an den kommenden drei Spielzeiten für den deutschen Markt erworben und zugleich Sublizenzen an den Streaming-Anbieter DAZN abgetreten. Beide Plattformen teilen sich die einzelnen Spiele nach einem sehr komplizierten Regelwerk auf. Wer alle Partien sehen möchte oder auch nur alle Spiele "seines" Vereins, benötigt also gleich zwei Abos. Für viele Fans, aber auch für Uli Hoeneß ist dies ein weiteres Ärgernis: "Wenn schon Bezahl-Fernsehen, dann wäre es mir lieber, dass alles auf einem Sender zu sehen ist", sagte der 66-Jährige. Bis auf Weiteres sei es aber nun nicht mehr zu verhindern. "Wir müssen uns daran gewöhnen."

Das Kalkül, die zuletzt im frei empfangbaren Fernsehen beheimateten Fußballfans zu einem Pay-TV-Abo zu verleiten, scheint für Sky bislang noch nicht aufgegangen zu sein. Die Einschaltquoten am zurückliegenden ersten Champions-League-Spieltag lagen sogar knapp unter denen des Vorjahres. Dabei hatte sich Sky in der Saison 2017/18 noch der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz zu erwehren. Live im ZDF verfolgten vor Jahresfrist rund acht Millionen Zuschauer das Auftaktspiel der Bayern. Ein riesiges Fan-Potenzial, das gegenwärtig wohl "heimatlos" im deutschen Fernsehen ist.


Quelle: teleschau – der Mediendienst