Vor 50 Jahren, am 21. Juli 1969, betraten die ersten Menschen den Mond. Dem "riesigen Sprung für die Menschheit" ging ein spannendes Rennen zum Erdtrabanten voraus. Die USA und die damalige Sowjetunion lieferten sich um "Die Eroberung des Mondes" ein gegenseitiges Wetteifern so knisternd wie ein Polit-Thriller.

Im Zuge der "Mission Apollo 11" betraten am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr MEZ die ersten Menschen den Mond. Jenem "Meilenstein der Menschheitsgeschichte" war ein erbitterter Wettstreit vorangegangen. Die Sowjetunion hatte bereits einen Sputnik, einen Hund und Juri Gagarin ins All geschossen. In den USA hingegen hieß es trotz kläglicher technischer Rückschläge noch immer recht optimistisch: "Wir haben den Mond als Ziel gewählt."

Diese Worte sind Teil eines legendären Satzes von John F. Kennedy. Der damalige US-Präsident hatte sie im September 1962 bei einer berühmten Stadion-Rede an der Rice University in Houston, Texas, ausgesprochen. Der mehrfach ausgezeichnete Regisseur und Filmemacher Robert Stone ("Drei Schüsse auf JFK") nutzt das komplette Kennedy-Zitat für den logischen Verlauf seiner dreiteiligen, sehr ausführlichen Dokumentation über die Mondlandung. "Wir haben den Mond als Ziel gewählt ..." (Teil eins), folgen "... Nicht, weil es leicht zu erreichen ist..." (Mittwoch, 17. Juli, 20.15 Uhr) und "... Sondern gerade, weil es schwierig ist!" (Donnerstag, 18. Juli, 20.15 Uhr). ARTE zeigt die sehenswerten Beiträge allesamt innerhalb des Programmschwerpunktes "50 Jahre Mondlandung".

Stone richtet sein Augenmerk nicht nur auf die zunächst verzweifelten Bemühungen der Nasa, den damals angeblichen technischen Fortschritt der Sowjetunion aufzuholen. Auch unter der Verwendung aus zuvor übersehenem und verloren geglaubtem Archivmaterial öffnet er zudem eine politische Ebene. Die USA und die Sowjetunion standen sich im Kalten Krieg unmittelbar gegenüber, als beispielsweise der US-Senator Henry Jackson im damaligen Schwarz-weiß-Fernsehen aberwitzige Dollar-Zahlungen für die Weltraumfahrt forderte, weil nur diese die "Westliche Zivilisation vor Vernichtung" retten könnte.

Tatsächlich fürchteten die USA in den späten 1950er-Jahren, die Sowjets könnten nach ihrem Sputnik-Erfolg im Weltraum jederzeit auch Atomraketen bis in die USA fliegen lassen. Den amerikanischen Schulkindern wurde damals im Unterricht eingeschärft, wie sich bei einem angeblichen Angriff zu verhalten hätten. Wenn sie dann auf allen Vieren unter ihren Pulten kauern, wirkt das in wackligen Schwarz-weiß-Bildern durchaus grotesk.

In Stones sehenswerter Doku-Reihe, in der die USA ihr ehrgeiziges Ziel, wie hinlänglich bekannt, erreicht, kommen zahlreiche Zeitzeugen zu Wort. Darunter sind die Astronauten Buzz Aldrin, Frank Borman und Bill Anders. Auf sowjetischer Seite erklärt Sergej Chruschtschow, Sohn des ehemaligen sowjetischen Regierungschefs, die Zusammenhänge. Der Raketeningenieur erwähnt unter anderem eine etwas in Vergessenheit geratene Fußnote. Während eines Gipfeltreffens mit KPdSU-Chef Nikita Chruschtschow brachte Kennedy nebenbei eine mögliche gemeinsame Mondmission ins Spiel. Chruschtschow zögerte, denn eine solche Kooperation könnte die Wahrheit ans Licht bringen: Die Sowjetunion hatte gar keinen technischen Vorsprung.


Quelle: teleschau – der Mediendienst