Durch die Sitcom "Der Prinz von Bel-Air" zum Star geworden, stand Will Smith in den 90ern für Blockbuster-Kino, später folgten zwei Oscar-Nominierungen. Doch ganz so perfekt lief im Leben des Schauspielers dann doch nicht alles.

Er ist der Mann mit dem Gewinnerlächeln: Will Smith. Tatsächlich schien dem mittlerweile 50-jährigen Afroamerikaner in seinem Leben vieles zuzufallen. Er wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen auf, machte in seiner Heimatstadt Philadelphia aber erst mal Karriere als DJ und Rapper. Mit seinem musikalischen Partner Jeff Townes und dem Duo DJ Jazzy Jeff & the Fresh Prince holte er gar den ersten Grammy für eine Hip-Hop-Produktion überhaupt. Dass später noch zwei Oscar-Nominierungen folgen sollten – für "Ali" (2001) und "Das Streben nach Glück" (2006) -, wusste er damals noch nicht. Smiths Weg zur Schauspielerei führte über die TV-Produktion "Der Prinz von Bel-Air", eine Sitcom, die zwischen 1990 und 1996 erfolgreich bei NBC lief. Der Schauspiel-Newcomer spielte sich darin (fast) selbst. Er verkörperte einen jugendlichen Rapper, der – nachdem er Ärger in seiner "hood" hatte – von der Mutter zur wohlhabenden Tante nach Los Angeles geschickt wird, was natürlich einen Culture Clash verursacht. Nach seinen Rollen als wagemutiger Pilot in Independence Day (1996) und Alien-Jäger in "Men in Black" (1997) wurde Smith dann auch zu einem der größten Stars und Kassengaranten Hollywoods.

Tatsächlich stand kein Kinostar in den 90ern so sehr für einen sicheren Box-Office-Hit wie Will Smith. Dazu führte er eine perfekt scheinende Ehe mit seiner Kollegin Jada Pinkett Smith, der die beiden Kinder Jaden (1998) und Willow (2000) entsprangen. Aus einer früheren Beziehung hatte Will einen weiteren Sohn, Trey (1992). Doch in "Die Will Smith Story", der deutschen Doku über das Leben des amerikanischen Superstars, erfährt man, dass auch im Leben der Smiths nicht alles perfekt lief. Bezeichnenderweise geschieht das nun im Anschluss an die Ausstrahlung von "After Earth" (20.15 Uhr), einem Science Fiction-Abenteuer von 2013, in dem Will und Jaden Smith eine "Coming of Age"-Geschichte zwischen Vater und Sohn auf einer fremd gewordenen Erde spielen. Nach dem sich das generationsübergreifende Smith-Duo fiktionalen Großproblemen stellen musste, plaudert auch der Schauspieler und Star Will Smith aus dem Nähkästchen.

Familie tanzt aus der Reihe

Seine Liebsten habe er immer mit militärischer Strenge geführt, so wie er es vom eigenen Vater gelernt hatte. Doch die Promi-Familie wollte irgendwann nicht mehr so, wie der "General" wollte. Dies jedoch gab den Beteiligten die Chance zu Wachstum und Veränderung. Dass am Ende alles gut wird und natürlich sämtliche Fehler sinnvoll waren, weil man aus ihnen gelernt hat, gehört zum Selbstverständnis der amerikanischen Selfmade-Man-Erzählung.

Mit seiner Rolle als Flaschengeist in der Disney-Verfilmung "Alladin" konnte Smith zuletzt wieder gute Kritiker einheimsen, nach zuletzt doch einer beachtlich großen Zahl mehr oder weniger belangloser bis ärgerlicher Filme. Der von VOX im "Vorspann" zu dieser Doku gezeigte "After Earth" von Regisseur M. Night Shayamalan ist einer davon. Die Kritiker ließen kaum ein gutes Haar an der prätentiösen Überlebensgeschichte einer Kernfamilie, die zudem auch an der Kinokasse nicht allzu gut "performte".

Eine Nähe zur Scientology-Sekte, für die Smith wiederholt Geld gespendet hatte, ohne Mitglied zu sein, wurde dem Inhalt nachgesagt. Unter anderem geht es im "After Earth" um das Besiegen der eigenen Ängste durch Willenskraft. "Danger is real, fear is a choice", lautete der Slogan des geplanten Blockbusters. Allerdings: Kritiker, selbst Scientology-Experten, hielten das mit CGI-Effekten vollgepackte Vater-Sohn-Drama eher für schlicht gestricktes Abenteuer-Kino als subtile Propaganda.

Die echte Familie Smith, so erzählt es die Doku, will ihre Krise überwunden haben. Der Zuschauer kann am Abend zwischen 20.15 Uhr und 0.05 Uhr, zunächst fiktional und dann anhand der Doku, an diesem Familientrip teilnehmen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst