In dem kammerspielartigen Drama "Draußen in meinem Kopf" spielt Samuel Koch einen zum Tode geweihten Schwerbehinderten, der sich mit seinem Pfleger (Nils Hohenhövel) anfreundet.

Reichlich unsicher steht eines Tages Christoph (Nils Hohenhövel) im Pflegeheim-Zimmer von Sven (Samuel Koch). Der leidet an Muskeldystrophie im Endstadium und kann nur noch den Kopf bewegen. Christoph hat ein Freiwilliges Soziales Jahr begonnen, um sich über die eigene Zukunft klar zu werden. Am Anfang passt es nicht zwischen den beiden jungen Männern. Der Patient scheint allwissend, arrogant und lässt den etwas naiven Christoph immer wieder mit seiner coolen Art auflaufen. Offenbar scheint der Grünschnabel fehl am Platz in dieser zynisch abgezockten Welt der Todgeweihten im Pflegeheim, die sich zwischen klassischer Musik, mit dem Mund gesteuerten Videospielen und Sexphantasien mit Pflegerin Louisa (Eva Nürnberg, "LOMO – The Language of Many Others") bewegt.

Der Film erzählt eine Zeitspanne von zwei Wochen. Über die intensiven Momente der täglichen Pflege entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Männern. Dann erfährt Christoph, dass Svens Leben bald enden wird. Wie gehen beide mit dem nahenden Abschied um? Gibt es noch etwas, dass der Patient unbedingt tun sollte?

Der Clou des Low Budget-Streifens der Hamburger Filmemacherin Eibe Maleen Krebs (Buch und Regie) ist natürlich die Besetzung des Sven mit Samuel Koch, der seit seinem tragischen Unfall vor einem Millionenpublikum während einer "Wetten, dass ..?"-Show 2010 vom Hals abwärts querschnittgelähmt ist. Samuel Koch absolvierte trotz seiner schweren Einschränkung eine Schauspielausbildung in Hannover, die er zwei Monate vor seinem Unfall begonnen hatte und im Jahr 2014 erfolgreich abschloss.

Nach einem Engagement am Staatstheater Darmstadt wechselte Koch zur Spielzeit 2018/19 ans Nationaltheater Mannheim. "Draußen in meinem Kopf" ist seine erste Kinohauptrolle. Der Film erhielt gemischte Kritiken. Einerseits ist das nuancierte Spiel Samuel Kochs und seines Widerparts, des 1995 in Münster geborenen Jungschauspielers Nils Hohenhövel, wirklich stark. Andererseits wurde kritisiert, dass der Film Behindertenklischees in jenem Sinne bediene, dass Svens Leben vor allem als bemitleidenswerte, triste Tortur geschildert wird.

Dabei hatte der charismatische Koch doch mit seiner Diplomarbeit über die Arbeit eines behinderten Schauspielers auf der Bühne einen anderen Weg gewiesen: "Die Entdeckung des Schönen in der Reduktion", lautete der Titel seiner akademischen Abschlussschrift.


Quelle: teleschau – der Mediendienst