Experten erwarten, dass der Meeresspiegel immer weiter ansteigen wird. Eine 3sat-Doku zeigt, wie wir uns eine "Erde unter Wasser" vorstellen können.

Der globale Klimawandel und der dadurch ansteigende Meeresspiegel lassen neben vielen Katastrophenszenarios auch eine gewagte Prognose zu: Die Zukunft der Menschheit könnte sich auf und unter Wasser abspielen. Auch wenn es wie Science-Fiction klingt: Wie eine solche "Erde unter Wasser" konkret aussehen würde, imaginiert nun die gleichnamige Doku, die 3sat unter dem Untertitel "Leben im Klimachaos" in Erstausstrahlung zeigt. Der Film von Matthias Widter blickt mit Sorge und Hoffnung zugleich auf das Leben der kommenden Generationen.

Diese werden schließlich mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen haben. Der Meeresspiegel, der schon jetzt weltweit um 20 Zentimeter angestiegen ist, dürfte Wissenschaftlern zufolge bis 2100 noch einmal um zwei Meter ansteigen. Bereits heute sind davon 700 Millionen Menschen bedroht – Millionenmetropolen wie Mumbai, Tokio, Bangladesch, New York und Miami werden evakuiert werden müssen, Die Überflutung ganzer Städte wird in den kommenden Jahrhunderten nur schwer aufzuhalten sein.

Muss sich der Mensch also Lebensraum im Wasser erschließen? Schon heute lebt man etwa in den Niederlanden in schwimmenden Städten, wie die Doku zeigt. Als Vorbild dient das kleine Land ebenso wie die Science-Fiction: Städte auf dem Meer und unter dem Ozean könnten bald schon Realität sein. Für 2022 ist nahe Tahiti bereits die weltweit erste schwimmende Stadt mit 300 Einwohnern geplant.

Fieberhaft arbeiten Forscher und Architekten an Konzepten, die den Menschen im Fall der Flut Zuflucht bieten können – etwa die "Lilypads", die der Belgier Vincen Callebaut für "Klimaflüchtlinge" entwarf. Etwas weniger düster wirken die Aussichten auf den schwimmenden "SeaOrbiter" und die Hafen-Boulevards im Wasser. Denkbar wäre auch eine Zukunft, in der wir Landwirtschaft auf dem Meer betreiben. Lösungen für die Klimakatastrophe brauchen wir der sehenswerten Doku zufolge in jedem Fall besser heute als morgen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst