Mit "Enfant Terrible"

Filmfestspiele in Cannes: Oskar Roehler hat es in die finale Auswahl geschafft 

Aktuell wurden in Paris die insgesamt 56 Nominierten für die 73. internationalen Filmfestspielen von Cannes verkündet. Auch ein Deutscher schaffte es auf die Liste des prestigeträchtigen Filmpreises.

In diesem Jahr läuft aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie alles anders als geplant. Die Filmfestspiele von Cannes gehören zu den wichtigsten Branchenereignissen der Filmindustrie – und werden in diesem Jahr nur digital stattfinden. Statt Trophäen sollen sogenannte Gütesiegel ("Cannes 2020") vergeben werden. Nun verkündeten die beiden Verantwortlichen des Filmfests, Pierre Lescure und Thierry Frémaux, aus dem leeren Normandie-Theater auf der Champs Élysées in Paris eine Auswahl an Filmen, die noch im Rennen um den begehrten Filmpreis sind. Und die Liste kann sich durchaus sehen lassen!

Das Lineup der 73. Filmfestspiele ist voll mit großen Namen – von Regie-Genie Wes Anderson, der mit "The French Dispatch" antritt, oder dem britischen "12 Years a Slave"-Regisseur Steve McQueen, dessen Karriere 2008 in Cannes begann. Viggo Mortensen schaffte es als Regie-Neuling mit seinem Werk "Falling" ebenfalls in die Auswahl der Franzosen. Mit dem Drama "Enfant Terrible", das am 1. Oktober in die Kinos kommen soll, hat es mit Oskar Roehler auch ein Deutscher auf die diesjährige Liste geschafft.

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Viel Verständnis und Empathie

Der Film erzählt aus dem Leben des 1982 verstorbenen deutschen Filmemachers Rainer Werner Fassbinder. In der Hauptrolle wird Oliver Masucci an der Seite von Stars wie Katja Riemann zu sehen sein. Der Film hätte Fassbinder gewiss gefallen. Denn statt ein Biopic abzuliefern, das den Künstler aus der Distanz beobachtet – ein Stilmittel, das die meisten Filme dieser Art so langweilig werden lässt -, steigt Roehler tief ein, zeigt in seiner sinnlichen Aufarbeitung des Werdegangs viel Verständnis und Empathie für einen manischen Arbeiter und Süchtigen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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