Mindestens 50 Milliarden Euro Steuergeld gehen den EU-Staaten jedes Jahr durch die Lappen. "Frontal 21" deckt auf, wie "Der große Betrug" mit der Umsatzsteuer funktioniert.

Gerade bei der Umsatzsteuer verstehen die deutschen Finanzämter nur sehr wenig Spaß. Werden vom deutschen Steuerzahler Voranmeldungen oder sogar Zahlungen nicht eingehalten, setzt es schnell Verspätungs- und Säumniszuschläge. Nicht wenige wissen längst, dass der Fiskus rasch auch Bankkonten pfändet, bleibt das gewünschte Geld aus.

Bei so viel Strenge der Finanzämter bleibt es im Film von Hans Koberstein, Markus Reichert und Marta Orosz umso erstaunlicher, dass es gerade die Umsatzsteuer ist, die Tür und Tor öffnet für eine gigantische Betrugsmasche. Diese funktioniert innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten. Mehr als 50 Milliarden Euro sollen den Betrügern jedes Jahr in die Hände fallen.

Die Täter nutzen das vorläufige Mehrwertsteuersystem in der EU für ihren Griff in den Steuertresor aus. Dieses sieht bei innergemeinschaftlichen Lieferungen eine Ausnahme vor: keine Umsatzsteuer. Das bedeutet, dass Waren von Bier bis Gas von Scheinfirmen von einem EU-Land ins andere geliefert und dann im Kreis gehandelt werden. Die "Betrugskarusselle" sind so organisiert, dass sie beim Verkauf innerhalb eines Landes dann wiederum Umsatzsteuer kassieren. Bevor der Schwindel auffällt und die Behörden zuschlagen, verschwinden die Täter mit dem ergaunerten Geld.

Obwohl die Masche mitunter bekannt ist, sind die Ermittler oftmals machtlos. Das liegt daran, dass ihnen die Hände gebunden sind. Nur ein EU-weites einheitliches Mehrwertsteuersystem könnte die Lücke schließen. Doch die Mitgliedsstaaten werden sich nicht einig – auch darüber nicht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst