"Ich weiß, wie das jetzt ausgeht: Der Film wird vielleicht drei oder vier Millionen Zuschauer machen, und dann schreiben alle: Der 'Tatort' ist im Kino gefloppt, jetzt floppt er auch im Fernsehen." Mit diesen Worten äußerte Til Schweiger Medienberichten zufolge seinen Unmut über die Entscheidung der ARD, seinen Tatort "Tschiller: Off Duty" am 8. Juli ins Sommerloch zu stopfen.

Schweiger könnte Recht behalten. Aber nicht, weil der Film, der schon auf der großen Leinwand nicht funktionierte, nun durch einen ungünstigen Sendezeitpunkt die Chance verpasst, zum TV-Blockbuster zu werden. Sondern weil er sich selbst verpasst.

Die Handlung ist fix erzählt: Lenny, Tschillers Tochter, gespielt von Til Schweigers echter Tochter Luna, reist bewaffnet in die Türkei nach Istanbul. Sie will auf eigene Faust ihre Mutter rächen, die von dem kurdischen Kriminellen Firat Astan getötet wurde. Es kommt, wie es kommen muss, Lenny gerät auf ihrer Rachetour in Firats Fänge, der mit seinen Leuten den Spieß kurzerhand umdreht. Und Nick Tschiller tut, was ein Vater tut, der seine Tochter liebt, er reist Lenny hinterher, um sie von den Bösen wieder zu befreien.

Die Abenteuer um den Hamburger Tatort-Kommissar Nick Tschiller, der das Wort "Fuck" stets überstrapaziert, waren von Beginn an ungewohnt für Tatort-Fans, auf ihre Art aber auch begehrt. Die Kinovariante "Off Duty" jedoch verliert sich als uninspirierter Mix der Bond- und Bourne-Filme in einer Aneinanderreihung seltsam lustloser Baller-Orgien. Aufgesetzt wirkende Rückblenden lassen den Zuschauer im Plot die Orientierung verlieren, es reiht sich ein Actionfilm-Klischee an das nächste, die 130 Filmminuten sind viel zu lang.

Einzig die Dialoge zwischen Nick Tschiller und seinem LKA-Kollegen Yalcin Gümer, gespielt von Fahri Yardim, entfalten zwischendurch mal so etwas wie unorthodoxe Lebendigkeit.