Die bösartige Land-Satire "Hindafing" ist eine der besten Serien, die im Deutschland der letzten Jahre produziert wurde. Die ARD wiederholt das preisgekrönte Programm, das seine Premiere 2017 im BR-Fernsehen feierte.

Wer das Landleben kennt, jene Mischung aus gegenseitiger Hilfe und Erniedrigung, weiß, wie es Jungbürgermeister Alfons Zischl (Maximilian Brückner) in "Hindafing" ergeht. Der kinderlos mit einer seltsam stoischen Malerin (Katrin Röver) Verheiratete arbeitet fieberhaft an der Realisierung seines Prestige-Projekts, des neuen Einkaufszentrums Donau Village. Während Zischl private Geldsorgen drücken, schlägt ihm der mafiöse Landrat Pfaffinger (Jockel Tschiersch) ein unsauberes Geschäft vor. Sollte man das in drei Doppelfolgen ausgestrahlte Werk junger Filmschaffender beschreiben, man müsste absurd klingende Vergleiche wie den Mix aus Gerhard Polt und "Breaking Bad" ins Felde führen. Maximilian Brückner, den man einst beim Saarländischen "Tatort" als Kommissar nicht mehr haben wollte, spielt grandios einen Bürgermeister im verzweifelten Draufgänger-Modus.

Über sechs jeweils 45 Minuten lange Episoden verstrickt sich Zischl immer tiefer in Intrigen, die ihn den Kopf kosten könnten – und sogar mehr als das. Hauptdarsteller Maximilian Brückner erhielt den Bayerischen Fernsehpreis 2018 für die trotz kleinen Budgets mit viel Gespür umgesetzte Land-Satire. Zudem holte man Nominierungen für Grimme- und Deutschen Fernsehpreis – absolut zu Recht. Das Erste wiederholt die grandiose Serie des BR-Fernsehens, die dort im Mai 2017 Premiere feierte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst