"Madonna: Truth or Dare", wie die Dokumentation über die "Blond Ambition"-World-Tour Madonnas im Jahre 1990 hieß, war der bis dato an der Kinokasse erfolgreichste Dokumentarfilm der Welt. Scheinbar intim, aber natürlich voller Kalkül montiert, ließ sich Madonna auf dem Höhepunkt ihrer Karriere während ihrer Welttournee filmen.

Dabei passiert das, was bei Tourneen eben passiert: Sound- und Stimmprobleme, atmosphärische Störungen zwischen den Tourenden und natürlich Stress aufgrund enger Terminkalender. Dass der Film des begabten Werbefilmers Alek Keshishian trotzdem noch heute sehenswert ist, liegt am für die Zeitenwende Ende der 80er / Anfang der 90er hochmodischen Stil der Bilder – und natürlich am starken Charakter Madonna selbst.

"Höhepunkt" von Madonnas Tour war eine gespielte Masturbationsszene auf der Bühne. Der Vatikan wollte damals Konzerte in Italien verbieten lassen, in den USA wurde die Sängerin gar kurzzeitig verhaftet. Wer die am 16. August 60 Jahre alt werdende US-Diva mit italienischen Wurzeln kennt, weiß, dass ihr die schönen, skandalträchtigen Bilder dazu sicher gefallen haben.

Liebe und ihre Konflikte stehen in Madonnas (Selbst)porträt auch abseits anstößiger Bühnenperformanz im Mittelpunkt. Darunter Streit und Entfremdung mit ihrem damaligen Lover Warren Beatty, "intime" Momente mit ihrem Vater, dem Bruder oder den ihr schutzbefohlenen Tänzern. Sogar ein Dialog am Grab der toten Mutter hat es in den Film geschafft. Wer macht so etwas schon – außer Madonna?

ARTE zeigt das poppige Zeitdokument des Jahres 1991 im Rahmen seines "Summer of Lovers".


Quelle: teleschau – der Mediendienst