Satire darf bekanntlich (fast) alles. Aber beim ORF ist man da offensichtlich vorsichtig geworden. Das musste Jan Böhmermann nun am eigenen Leib erfahren.

Jan Böhmermann zieht wieder vom Leder: In einem Interview mit der ORF-Moderatorin Clarissa Stadler hat der Satiriker am vergangenen Montag während der Sendung "Kulturmontag" gegen Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz ausgeteilt. So sagte der 38-jährige Fernsehmoderator, es sei "nicht normal, dass das Land von einem 32-jährigen Versicherungsvertreter geführt wird". Um die Wogen im Anschluss zu glätten, gab Stadler bei der Abmoderation zu bedenken, dass Satire schließlich alles dürfe und dass es dem öffentlichen Rundfunk auch erlaubt sei, die Meinung eines Künstlers wiederzugeben – sei sie auch noch so kontrovers.

Die Aussage der Moderatorin mutet jedoch eher wie eine Vorabentschuldigung an. Das hat sich auch im Nachhinein bestätigt: Ergänzt wurde ihre Relativierung nämlich durch die offizielle Stellungnahme des Senders unmittelbar nach der Ausstrahlung des Formats, wie "Der Standard" nun berichtet. So gaben die Verantwortlichen an, dass man sich von Böhmermanns "provokanten und politischen Aussagen" distanziere – wohl aus Sorge vor einer erneuten Kritik seitens der Politik. So wurde erst kürzlich der ORF-Chefsprecher Armin Wolf von der rechtspopulistischen FPÖ attackiert. Anlass dafür war ein kritisches Interview, dass der Journalist und Fernsehmoderator geführt hatte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst