Penis ab, Medien dran: Die Amazon-Doku-Serie "Lorena" widmet sich dem spektakulären Fall von Lorena Bobbitt, der Anfang der 90er die Sensationsgier der Medien illustrierte.

Mit "Get Out" schuf Jordan Peele einen viel beachteten sozialkritischen Horrorfilm – und wurde dafür mit dem Oscar belohnt. Mit einem ebenso scharfsinnigen Blick auf den gesellschaftlichen Kontext erzählt der Academy-Award-Gewinner nun in einer neuen Serie von einem bewegenden Kriminalfall: Die Amazon-Produktion "Lorena" widmet sich der Geschichte von Lorena Bobbitt, die Anfang der 90er-Jahre in den USA ihrem Mann John Wayne Bobbitt im Schlaf den Penis abschnitt. Als Motiv nannte sie, von ihm zuvor vergewaltigt worden zu sein.

Vor den sensationsgierigen Augen der Medienöffentlichkeit musste sie sich einem Aufsehen erregenden Prozess stellen. Die vierteilige Serie unter Regie des Dokumentarfilmers Joshua Rofé rollt den Fall nicht nur mit unveröffentlichtem Material neu auf, sondern wirft insbesondere einen Blick auf den damals aufkommenden 24-Stunden-Sensationsjournalismus, der das persönliche Leid ausschlachtete, aber verpasste, "eine nationale Diskussion über häusliche und sexuelle Gewalt in Amerika anzustoßen".

"Lorena" soll Ende Januar auf dem Sundance Festival Premiere feiern. Die Serie ist ab Freitag, 15. Februar, beim Streamingdienst von Amazon abrufbar.


Quelle: teleschau – der Mediendienst