Das US-Remake des koreanischem Meisterwerks "Oldboy" feiert im ZDF seine Free-TV-Premiere. Eine Neuauflage wäre allerdings nicht nötig gewesen.

Joe Doucett (Josh Brolin) ist ein Arschloch. Schamlos macht er Frauen an, Alkohol interessiert ihn mehr als seine dreijährige Tochter. Nach einer volltrunkenen Nacht wacht er in einer isolierten Zelle auf. Ohne zu wissen, warum er dort ist und wer ihn hier gefangen hält, wird er die nächsten 20 Jahre in diesem Raum verbringen.

Mit hartem Training bereitet sich Joe auf den Moment vor, an dem er irgendwann wieder das Licht der Freiheit erblickt. Dann will er seine Tochter finden und Rache an denjenigen nehmen, die ihm das angetan haben. Als es soweit ist, merkt Joe aber schnell, dass die Suche nach dem Grund für seine Gefangenschaft tief in seiner Vergangenheit verborgen ist.

Amerikaner und ihre Remakes ausländischer Erfolgsfilme: Das geht selten gut. Auch Spike Lee hat sich kräftig verhoben. Er wagte sich an eine Neuverfilmung von Park Chan-Wooks koreanischem Meisterwerk "Oldboy" (2003) – ein kafkaesker Rachethriller, dessen abgründige Brutalität und geheimnisvolle Komplexität dem US-Publikum offensichtlich nicht zugemutet werden konnten. Straff und fließend ist der neue "Oldboy" (2013): ein Film ohne Ecken und Kanten, der im Kino (35.000 Besucher) floppte und nun im ZDF seine Free-TV-Premiere feiert.


Quelle: teleschau – der Mediendienst