In ihrem neuen Film "Lady Business" (Kinostart: 12. März) spielt Salma Hayek eine Geschäftsfrau, die zwei jüngere Kolleginnen mit einem Millionen-Deal unterstützt, der schließlich die Freundschaft der beiden Jungunternehmerinnen bedroht. Regiert Geld wirklich die Welt?

Hayek muss es wissen. Nicht nur, weil die 53-Jährige seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Schauspielerinnen Hollywoods gehört; seit 2009 ist sie auch mit dem französischen Geschäftsmann und Milliardär François-Henri Pinault verheiratet. Im Interview in New York spricht Hayek darüber, warum Geld die Menschen verändert, und warum sie es nicht bereut, so lange auf ihre große Liebe gewartet zu haben.

prisma: In "Lady Business" spielen Sie eine Investorin, die zwei Geschäftsfrauen mit einem Millionen-Deal unter die Arme greift. Wenn Ihnen jemand zu Beginn Ihrer Karriere zwei Millionen Dollar angeboten hätte – was hätten Sie damit gemacht?

Salma Hayek: Ich hätte einen Film produziert. In Mexiko hätte das Geld damals, vor 30 Jahren, locker gereicht, um einen tollen Film zu drehen. Vor 20 Jahren hätte ich mir ein tolles Haus mit dem Geld gekauft, und vor zehn Jahren hätte ich das Geld gespendet. Die Bedeutung des Geldes ändert sich mit dem Punkt, an dem man sich gerade im Leben befindet – was das Geld zu diesem Zeitpunkt für einen selbst bedeutet, was der eigene Traum ist und wie man ihn verwirklichen kann.

prisma: In "Lady Business" sagen Sie einmal, dass Geld alles verändert. Sehen Sie das genauso?

Hayek: Ich glaube tatsächlich, dass Geld alles verändert, was aber nicht unbedingt negativ sein muss. Eines ist jedoch ganz wichtig: Man muss eine eigene Beziehung zu seinem Geld aufbauen und darf sich nicht von der Außenwelt beeinflussen lassen.

prisma: Wollten Sie schon immer viel Geld besitzen?

Hayek: Das wollte ich. Aber nur, damit ich mir keine Gedanken mehr ums Geld machen muss. Und wissen Sie, was passiert, wenn Sie viel Geld haben? Jeder will mit Ihnen nur noch über Geld sprechen. Das ist schrecklich! Mein Fazit ist: Geld verändert nicht nur einen Menschen selbst, sondern auch die Menschen in seinem Umfeld. Ich würde fast sagen, dass es schwierig ist, seine eigene Identität zu bewahren, wenn man viel Geld hat. Sie müssen quasi den Menschen in Ihrer Umgebung klarmachen, dass Sie nicht für Ihr Geld, sondern als Person wahrgenommen werden möchten. Ja, Geld verändert sehr viel.

prisma: Ist es deshalb auch schwerer für Sie, Menschen wirklich kennenzulernen?

Hayek: Es überrascht mich immer wieder aufs Neue, zu sehen, wie sich die Menschen vom Geld steuern lassen. Ich würde nicht sagen, dass sie deswegen schlechte Menschen sind, aber die Realität ist nun mal, dass die meisten Menschen dich für dein Geld mögen. Manchmal sind es sogar Leute, die man schon ganz lange kennt. Doch es kann genauso gut anders herum sein. Manche Leute lehnen mich ab, weil ich viel Geld habe. Sie fühlen sich unwohl in meiner Gegenwart und glauben, dass ich denke, über ihnen zu stehen.

prisma: Herrscht in Ihrer Ehe diesbezüglich Gleichberechtigung? Ihr Mann ist schließlich Milliardär.

Hayek: Ja, ich würde sagen, dass wir durchaus gleichberechtigt sind. Mein Mann ist allerdings gut darin, mich zu kontrollieren und zu manipulieren. Unsere Angestellten denken immer, er sei der Nette und ich die verrückte Chefin. Wenn ihm etwas im Haushalt nicht passt, dann sagt er es mir. Ich gebe das dann an die Angestellten weiter, und er steht daneben, winkt ab und sagt: "Ist schon gut!" Ich habe meinen Mann erst spät in meinem Leben gefunden, aber er ist der Richtige, er ist mein Seelenverwandter.

prisma: Den Richtigen zu finden, das ist sicherlich vor allem in Ihrer Branche schwer.

Hayek: Das stimmt. Es ist schwer, aber es lohnt sich, auf den Richtigen zu warten. Es ist besser, Single zu sein, als in einer unglücklichen Partnerschaft zu leben. Das hindert einen nur daran, seinen Seelenverwandten und somit die Liebe seines Lebens zu finden.

prisma: Wie gehen Sie mit dem Älterwerden um? Und wie stehen Sie zu Schönheitsoperationen?

Hayek: Klar ist es toll, eine Technologie zu haben, um der ewigen Jugend nachzuhelfen. Gleichzeitig müssen wir aufpassen, denn diese Art des Nachhelfens kann abhängig machen, bis zu dem Punkt, an dem man nicht mehr realisiert, wann Schluss sein sollte. Aber wann genau ist Schluss? Gehen lassen darf man sich eben auch nicht.

prisma: Also haben Sie kein Problem damit, älter zu werden?

Hayek: Das habe ich nicht gesagt (lacht). Klar habe ich damit ein Problem – und zwar mit meinem Gewicht. Mit zunehmenden Alter wird es für mich schwieriger, mein Gewicht zu halten oder abzunehmen.

prisma: Sie sehen nicht so aus, als ob Sie ein großes Problem mit Ihrem Gewicht hätten.

Hayek: Danke für das Kompliment! Ich sehe es mittlerweile auch ein bisschen lockerer. Ich habe akzeptiert, dass ich nie wieder das Gewicht haben werde, dass ich früher einmal hatte. Ich möchte mein Leben genießen und nicht jedes Gramm zählen müssen, das wäre furchtbar. Deshalb halte ich diszipliniert mein Wohlfühlgewicht!


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH