Markus Lanz hatte am Dienstagabend DJ Felix Jaehn zu Gast. Nicht zum ersten Mal übrigens. Das führte zu einer peinlichen Situation.

Dreimal die Woche ist Markus Lanz mit seinem spätabendlichen Talk im ZDF auf Sendung. Weit über 1.000 Sendungen hat der Südtiroler in den vergangenen elf Jahren moderiert. Kein Wunder, wenn ihm und seiner Redaktion da nicht jedes Detail aus den zurückliegenden Ausgaben noch geläufig ist. Am Dienstagabend führte das zu einer kuriosen – und auch etwas peinlichen Situation: Star-DJ Felix Jaehn, der bei Lanz nicht das erste Mal zu Gast war, ließ den ZDF-Talker gekonnt auflaufen.

Lanz zeigte dem 24-jährigen Musiker eingangs des Gesprächs ein Konzertfoto und fragte interssiert, wo es wohl entstanden sei. Jaehn erklärte ihm mit einem Schmunzeln: "Das war beim Sputnik Spring Break Festival auf der Halbinsel Pouch. Das haben wir nämlich beim letzten Mal, als ich hier war, besprochen." Lanz versuchte, sich herauszureden: "Das stimmt. Ich erinnere mich an das Foto, aber ich wusste nicht mehr, wo es ist."

Auch als Jaehns Gesundheitszustand zur Sprache kam, irritierte der Gastgeber den DJ. Lanz zog einen Vergleich zu dem 2018 verstorbenen DJ Avicii. "Der ist in Depressionen gestürzt", spielte der Moderator auf den mutmaßlichen Suizid des schwedischen Superstars an. Jaehn wahrte vor dem Fall seines Kollegen ungleich größeren Respekt: "Vermutlich, ich kann nicht näher darüber urteilen, da ich keinen Kontakt zu ihm hatte oder seiner Familie." Auch eine Dramatisierung des ZDF-Talkers verbat sich Jaehn: "Und seitdem ist nichts mehr, wie es war ...", spielte Lanz den Steilpass, als es um Jaehns kometenhaften Karrierebeginn ging. Der DJ konterte: "Ein bisschen schon, ich bin immer noch Felix, ich hab noch die gleiche Familie, die gleichen Freunde, es sind neue dazugekommen, ein paar sind gegangen."

Doch die beiden tauschten sich auch durchaus erhellend und tiefschürfend im Laufe ihres Gesprächs aus. So schilderte Jaehn von dem harten Tour-Alltag ohne Pausen, wie er diesen heute mit Yoga und Sport ausgleicht und seinen gesundheitlichen Problemen. "Irgendwann habe ich das Gefühl, ich lauf bald gegen die Wand und dann muss ich mir einen freien Tag nehmen", erklärte er. Außerdem sprach er über sein Coming-out: Im vergangenen Jahr hatte er sich als bisexuell geoutet. "Ich hatte immer die Angst, entlarvt zu werden", gab der Musiker zu.

Inzwischen habe er eines gelernt: "Wenn ich glücklich sein will, muss ich 100 Prozent authentisch und ich selbst sein." Der Durchbruch gelang Felix Jaehn 2014 mit seinem Remix des Songs "Cheerleader", der ursprünglich von dem amerikanischen Sänger Omi stammte. 2015 schaffte er mit "Ain't Nobody (Loves Me Better)" einen Sommerhit. 2018 veröffentlichte Jaehn sein erstes eigenes Album "I". Sein jüngster Hit heißt "Love On Myself".


Quelle: teleschau – der Mediendienst