Die Hippie-Bewegung, ein Jahr voller Musik und alternativer Protestkultur. Wer kennt sie nicht: die Bilder, Songs und Klischees vom Sommer 1967, der vor 50 Jahren seine Blätter verlor? "Summer of Love", eine neue britische Dokumentation von Lyndy Saville, bringt in 45 Minuten zwar kaum Neues über das Kultjahr in Erfahrung, fasst es aber in kurzweilig geschnittenen Bildern zusammen. In den USA war es der Protest gegen den Vietnam-Krieg, der die Jugend einte. In England, dem anderen Schauplatz dieser Doku, herrschte eher ein diffuses Gefühl der Ablehnung gegen die Kriegsgeneration der Väter.

Dennoch, so ein Zeitzeuge, gingen im UK akkurat gescheitelte Väter mit ihren langhaarigen Söhnen nach Feierabend ein Bier trinken. Während die amerikanische Mainstream-Kultur tief erschüttert war, als sich die Jugend vom amerikanischen Traum abwendete. Mehr analytische Gedanken wie diesen hätte man sich gewünscht, um aus dem viel bespielten Thema 1967 mehr herauszuholen. Stattdessen entschied sich Saville in ihrer dennoch kurzweiligen Doku, noch einmal Bilder, Sounds und Nostalgien des Liebessommers aneinander zu montieren: das legendäre Monterey Pop Festival in San Francisco, Muhammad Ali und die Rassenunruhen oder exzentrische Bilder aus dem Swinging London.

"Heute ist es den meisten peinlich", sagt einer der Interviewten zwischen dem Bilderbogen, "über Liebe zu sprechen. Doch damals redeten alle davon." Der Traum des Sommers 1967, dass sich die Verhältnisse grundlegend ändern mögen, er erfüllte sich nicht. Dennoch hinterließ der Sommer der Liebe den vielleicht reichsten Bogen ikonografischer Sounds und Bilder der Popkultur.


Quelle: teleschau – der Mediendienst