Mit "Bauerfeind – Die Leseshow" greift Katrin Bauerfeind den ungebrochenen Bücher-Hype auf und möchte auf 3sat beweisen, dass Vorlesen längst eine eigenständige Kunstform ist.

Es ist einer dieser merkwürdigen, aber wunderbaren Anachronismen unserer Zeit: Trotz Social Media, trotz totaler Reiz- und Kommunikationsüberflutung ist das Lesen von Büchern in diesen Tagen schwer angesagt. Egal, ob in der e-Book-Variante, als vielseitige Printausgabe oder Hörbuch: Bücher sind in.

Katrin Bauerfeind trägt dem ungebrochenen Hype nun mit einer eigenen Fernsehsendung Rechnung. In "Bauerfeind – Die Leseshow" (ab Sonntag, 5. November 2017, 21 Uhr, auf 3sat) soll aber mitnichten stocksteif über hochkulturell relevante Neuerscheinungen parliert werden, sondern die charmante Gastgeberin hat einen eher lockeren Ansatz: "Wir lesen, quatschen und haben Spaß. Es darf alles vorkommen, von Goethe bis Tinder,", sagte sie dem 3sat-Magazin.

"Frauen", "Macht" und "Essen"

Bauerfeind verrät über ihre Sendung, die im Berliner ewerk aufgezeichnet wird, dass sie mit jeweils zwei "großartigen Kollegen" übergreifende Themen wie "Frauen", "Macht" und "Essen" deklinieren wird. Jeder bringt seine Lieblingstexte mit – "und los geht's". Dabei gibt es kein Limit: "Von Gebrauchsanweisungen und Tagebüchern bis Hatemails und Liebesbriefen kann alles vorgelesen werden", erklärt die 35-jährige Journalistin, Moderatorin und Schauspielerin. Die einzige Prämisse: "Hauptsache, es macht Spaß." Streng genommen ist "Bauerfeind – Die Leseshow" damit keine Bücher- oder Lesesendung, sondern die erste Vorlese-Show im deutschen Fernsehen.

"Kindergeburtstag mit Niveau"

Katrin Bauerfeind, die nebenbei selbst Bestseller-Autorin ist ("Hinten sind Rezepte drin – Geschichten, die Männern nie passieren würden"), verspricht jedenfalls "eine Mischung aus Comedy-Readings, Talk und Kindergeburtstag mit Niveau", denn: "Vorlesen ist nicht länger analogen Eltern vorbehalten, die versuchen, ihre Kleinen ohne Internet ruhigzustellen, oder Autoren, die in staubigen Buchhandlungen vor hüstelndem Publikum sitzen." Nein: Vorlesen sei "Fun, hip und längst eine eigenständige Kunstform".


Quelle: teleschau – der Mediendienst