Es war eine der großen Sensationen des vergangenen TV-Jahres: Bei den Emmys 2017 erhielt die US-Hochglanzserie "The Handmaid's Tale", eine Produktion des amerikanischen Streaming-TV-Anbieters Hulu, nach der beeindruckenden Zahl von 13 Nominierungen acht der begehrten TV-Preise. Ausgezeichnet wurde unter anderem die Gesamtproduktion als "Bestes Drama", auch die Leistung der Hauptdarstellerin Elisabeth Moss wurde mit einem Emmy gewürdigt. Und tatsächlich ist "The Handmaid's Tale" eine Serie, die man unbedingt gesehen haben sollte! Sie beruht auf dem bereits 1985 erschienenen düster-dystopischen Roman der kanadischen Schriftstellerin Margaret Atwood. Die zweite Staffel, die nun in Deutschland auf EntertainTV zu sehen ist, hat keine Buchvorlage mehr – sie soll sogar noch düsterer werden.

Am Ende von Staffel 1 war es endlich so weit. Desfred (Elisabeth Moss), deren eigentlicher Name June Osborne ist, wurde schwanger. Ihre Herren Fred Waterford (Joseph Fiennes) und Serena Joy Waterford (Yvonne Strahovski) waren außer sich vor Freude. Endlich würden sie ein "eigenes" Baby haben. Doch Desfred kämpft sich Schritt für Schritt aus ihrer vormaligen Passivität heraus und versucht, ihr ungeborenes Kind vor den Schrecken des totalitären Gilead-Regimes zu schützen. Zugleich erfährt man mehr über Emily (Alexis Bledel), die in die Kolonien verbannt wurde, um bei der Zwangsarbeit zu sterben. Doch auch Emily hat noch lange nicht aufgegeben. Die Mägde formieren sich zum Widerstand.

Ein ungemütliches Gefühl beim Zuschauer

Wohl keine Serie fühlte sich bisher so bedrohlich an wie diese – vor allem für Frauen. Im totalitären Gilead wurden sie Schritt für Schritt entrechtet und jene wenigen, die nach verheerenden Naturkatastrophen noch Kinder gebären konnten, wurden zu Gebärmaschinen der oberen Zehntausend verurteilt. Das Schlimmste an der Geschichte ist aber wohl das ungemütliche Gefühl, welches sie beim Zuschauer erzeugt: Der Fortschritt ist nicht gesichert. Jederzeit kann die Gesellschaft in eine Schieflage geraten.

Kein Wunder, dass in Zeiten von meToo "The Handmaid's Tale" schon lange nicht mehr nur irgendeine Serie ist. Die roten Roben, die den Mägden Gileads aufgezwungen werden, sind zum Zeichen des Protestes geworden. Frauen verwenden die Kostüme als Ausdruck ihres Widerstands gegen Donald Trump, welcher immer wieder durch sexistische Kommentare auf sich aufmerksam machte. Gesichtet wurden die Gestalten nicht nur in den USA, sondern untern anderem auch in Polen, Australien und Tel Aviv. Ein Ende der Bewegung scheint noch nicht in Sicht, genau wie bei der Serie. Ab Oktober wird die dritte Staffel "The Handmaid's Tale" gedreht.

Zum Start der zweiten Staffel am Dienstag, 2. August, stehen bei EntertainTV drei Episoden zur Verfügung, dann folgen zehn weitere in wöchentlichem Abstand jeweils am Donnerstag.


Quelle: teleschau – der Mediendienst