Zwischen Hysterie und Bedrohung verläuft die Debatte um den Wolf. Eine aktuelle ARD-Doku fragt daher provokant: "Wölfe – schützen oder schießen?"

Seit der Wolf sich wieder in Deutschland angesiedelt hat, tobt eine bisweilen schrill geführte Debatte. Die einen behaupten, dass sich die Tiere unkontrolliert in Deutschland ausbreiten, Schafe reißen und Kinder gefährden. Sie fordern, mit Unterstützung von Politikern, den Abschuss und eine Obergrenze für Wölfe. Die anderen halten das für überzogene Hysterie und wollen die Tiere vor allem schützen.

Unter dem zugespitzten Titel "Wölfe – schützen oder schießen?" nimmt sich nun die ARD in einer Dokumentation des Themas an. Ausführlich recherchierte Filmemacher Herbert Ostwald Hintergründe und interviewte Wolfsexperten, Dorfbewohner, Schäfer und Politiker. Sein Film zeichnet ein ausgewogeneres Bild, als die mediale Debatte es erahnen lässt.

So gab es etwa in den vergangenen 20 Jahren, also seit der Wolf wieder in Deutschland gesehen wurde, keinen Angriff auf Menschen. Es existieren Subventionen, mit denen Nutztierhalter Schutzzäune finanzieren können. Zudem wird ein Ausgleich gezahlt, sobald ein Wolf ein Schaf reißt. Der Film, den das Erste am Montag, 26.11., um 22.45 Uhr, in der Reihe "Die Story" ausstrahlt, klärt auf – und zeigt bislang nicht veröffentlichte, faszinierende Aufnahmen von Wölfen.

Zwischen 500 und 600 Wölfe sollen mehr oder weniger unkontrollierbar durch Deutschland ziehen – in rund 60 Rudeln, die in Niedersachsen, Sachsen und zuletzt sogar im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen gesichtet wurden. Was Tierschützer freut, ist für manche Jäger und viele um ihre Herden fürchtenden Bauern ein Aufregerthema.


Quelle: teleschau – der Mediendienst