Butterbildhauerei. Klingt eher hinterwäldlerisch. Kleine Leute spielen hier große Politik. Die hochkarätig besetzte US-Komödie "Alles in Butter" (2011) nimmt anhand eines Butterbildhauereiwettbewerbs satirisch die US-Präsidentschaftswahlen von 2008 aufs Korn. Die ARD zeigt die amüsante, aber leider nur selten bissige Komödie zu später Stunde im Zuge der Qualitätsreihe "KinoFestival im Ersten".

Laura, von Jennifer Garner ("Alias – Die Agentin") als Mischung aus den US-Politikerinnen Hillary Clinton und Sarah Palin dargestellt, ist die ambitionierte Frau des seit 15 Jahren ungeschlagenen Meisters der Butterbildhauerei (Ty Burrell, "Modern Family"). Doch bei jeder aalglatten Vorzeigefamilie liegen Leichen im Keller: Ehemann Bob wird mit einer Stripperin (Olivia Wilde, "Dr. House") im Bett erwischt. Er gibt seine Leidenschaft für Butterskulpturen zwangsläufig auf. Bill Clinton lässt grüßen.

Nur Laura will ihren Status nicht verlieren. Sie tritt dem Wettbewerb bei, um bald erkennen zu müssen, dass ihre stärkste Konkurrentin eine zehnjährige, adoptierte Afro-Amerikanerin (Yara Shahidi) ist. Die Sympathien sind klar verteilt. Laura stört das aber nicht: "Schmutziger Wettkampf" ist ihr zweiter Vorname.

Als Komödie funktioniert "Alles in Butter" zwar – einige Gags zünden durchaus. Als verquerer Blick auf den Politikbetrieb der USA fehlt es der Geschichte aber an tiefsinnigerer Doppeldeutigkeit. Der satirische Anspruch wird bisweilen arg einfältig umgesetzt. Da hilft auch das hochkarätige und spürbar bemühte Ensemble nicht – selbst Hugh "Wolverine" Jackman bleibt als schmierige, alte Flamme von Laura blass.


Quelle: teleschau – der Mediendienst