Jens Büchner polarisierte: Der "Goodbye Deutschland"-Auswanderer fiel regelmäßig auf die Schnauze, doch er stand immer wieder auf und kämpfte weiter. Seinen letzten Kampf hat er nun verloren.

Gut ging es ihm schon länger nicht. Wer vor Wochenfrist die VOX-Sendung "Goodbye Deutschland" einschaltete, konnte es sehen. Jens Büchner, der durch die beliebte Auswanderer-Doku bekannt geworden war, sprach mit fahlem Gesicht in die Kamera. Sieben Tage Krankenhaus wegen eines Magengeschwürs lagen da hinter ihm. Die Zukunft des stresstreibenden Fan-Cafés auf Mallorca: ungewiss. Er sei "fix und fertig wegen dem Drecksladen", schimpfte der weithin als "Malle-Jens" bekannte TV-Auswanderer und Stimmungssänger. Schonen wollte er sich dennoch nicht. Nur wenige Tage nach der Ausstrahlung ist Jens Büchner während eines Klinikaufenthalts auf der Baleareninsel aus noch unbekannter Ursache verstorben. Er wurde 49 Jahre alt.

"Uns hat die traurige Nachricht erreicht, dass Jens Büchner nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist", bestätigte VOX-Pressechefin Julia Kikillis gegenüber "Bild". "Der ganze Sender und vor allem unser Drehteam, das ihn und seine Familie über sieben Jahre für 'Goodbye Deutschland' begleitet und in dieser Zeit eine enge Beziehung aufgebaut hat, sind tief bestürzt. Sie haben Jens als Menschen kennengelernt, der Ecken und Kanten – aber eben auch ein sehr gutes Herz hat. Unser aufrichtiges Beileid gilt jetzt vor allem seiner Frau Danni, seinen Kindern und der ganzen Familie, die Jens viel zu früh verloren haben, und denen wir jetzt ganz viel Kraft wünschen."

Tagelang hatten zuvor die Fans des "Kult-Auswanderers" mitgefiebert, nachdem Jens Büchners Ehefrau Daniela bekannt gemacht hatte, der Gesundheitszustand ihres Mannes sei "kritisch", die Ärzte versuchten ihr "Menschenmöglichstes". Das klang dramatisch, löste in den sozialen Medien aber ein geteiltes Echo aus. Die Familie wolle sich wohl wieder nur wichtig machen, unkte da so mancher. In einem Jahr, in dem der einstige Castingshowkandidat Daniel Küblböck von einem Kreuzfahrtschiff verschwand und sich der Reality-Star Sarah Knappik mit einem drastischen Hilferuf ("Keiner interessiert sich für uns") zu Wort meldete, stimmt das nachdenklich.

Ein Reality-Star durch und durch, das war auch Jens Büchner. 2010 wanderte er mit seiner damaligen Lebensgefährtin Jennifer Matthias und dem gemeinsamen Sohn vom sachsen-anhaltinischen Bad Schmiedeberg nach Mallorca aus. Ein Jahr später war er erstmals in einer Folge von "Goodbye Deutschland" zu sehen, einer Sendereihe, die den Neustart Deutscher im Ausland dokumentieren will, aber auch "Stars" hervorbringt wie Daniela Katzenberger – oder eben Jens Büchner.

Die Zuschauer konnten den Gemütsmenschen dabei beobachten, wie er mit diversen Geschäftsunternehmungen baden ging und schließlich als Ballermann-Sänger reüssierte. "Malle-Jens", so der feucht-fröhliche Kampfname, trennte sich von Jennifer und heiratete mit Daniela in einen Patchwork-Haushalt ein. Unterhaltsam chaotisch ging es dort zu. Wenn der Hausherr nicht gerade unterwegs war in anderen Angelegenheiten. Er machte beim "Perfekten Promi-Dinner" mit und schaute mehr als Gag bei "DSDS" vorbei. Im Januar 2017 nahm er an der notorischen RTL-Dschungelsause "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" Teil (sechster Platz), 2018 zog er nebst Gattin ins "Sommerhaus der Stars". Der dezente Auftritt war dort seine Sache nicht. Seinen Mercedes habe er "bar bezahlt" protzte der polarisierende Format-Hopper, der Dschungelgage sei Dank.

Das lose Mundwerk und die unverstellte Art, eine charmante Mischung aus Naivität und Berechnung waren Jens Büchners Markenzeichen. Sie machten ihm zu einem Musterfall jener neuen Art "Star", die keine Distanz schafft, die angefeindet und gemocht wird wie der lustige Kumpel von nebenan.

Jens Büchner hinterlässt seine Frau Daniela, drei Kinder, die sie mit in die Ehe brachte, gemeinsame Zwillinge sowie weitere drei Kinder aus früheren Beziehungen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst