Hotelmitarbeiter bricht Schweigen: „Gil Ofarim inszeniert sich als Opfer, obwohl ich das bin“
Gil Ofarim war wahrscheinlich der umstrittenste Teilnehmende, der jemals in der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ Dschungelprüfungen absolvieren musste. Schließlich hatte der 43-Jährige im berüchtigten „Davidstern-Skandal“ einem Hotelmitarbeiter öffentlich Antisemitismus vorgeworfen – fälschlicherweise, wie sich vor Gericht herausstellte.
Überraschenderweise kürten die Zuschauer den Künstler jetzt zum „Dschungelkönig 2026“. Nun geht der zu Unrecht beschuldigte Hotelangestellte Markus W. in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ an die Öffentlichkeit: Warum tut er das?
Weshalb erklärt sich Markus W. jetzt doch öffentlich?
Dass es dem Hotelmitarbeiter um Aufmerksamkeit oder um eine Vermarktung des Vorfalls geht, ist kaum anzunehmen. Schließlich liegt dieser bereits mehr als vier Jahre zurück. Zudem hatte der weiterhin in der Hotelbranche tätige Markus W. bisher alle Interviewanfragen kategorisch abgelehnt. Der Grund: „Ich habe immer darauf vertraut, dass in unserem Rechtsstaat die Wahrheit herauskommt. Und so war es ja auch.“
Jetzt aber hat sich für den 37-Jährigen die Situation geändert: „Nun aber machte Herr Ofarim zweifelhafte Andeutungen. Das wirkt für mich sehr befremdlich, es ärgert mich massiv.“ Markus W. befürchtet vor allem, dass die Öffentlichkeit den Fall durch Gil Ofarims Auftritt im „Dschungelcamp“ anders bewertet: „Mir geht es nicht gut damit, wie er sich jetzt inszenieren konnte. Denn es hinterlässt bei mir den Eindruck, dass die öffentliche Wahrnehmung dieses Falles wieder kippt.“
Was könnten das für „zweifelhafte Andeutungen“ von Ofarim sein?
Gil Ofarim nährte im „Dschungelcamp“ Zweifel an den Überwachungsvideos des Hotels. So soll er etwa Mitcamperin Simone Ballack folgende Bemerkung zugeflüstert haben: „Es wurde nachgewiesen, dass von allen Kameraaufnahmen mehrere Sekunden gefehlt haben.“ Durch diese und ähnliche Aussagen – etwa, dass das verwendete Videomaterial „nicht das Originalband“ gewesen sei – könnte der Eindruck entstehen, nicht Markus W., sondern Gil O. sei das Opfer. Bei solchen Äußerungen scheint es fast so, als sei doch etwas dran an den Antisemitismusvorwürfen.
Dabei hatte sich der Künstler bei dem Hotelmitarbeiter vor dem Leipziger Landgericht entschuldigt, um einer Verurteilung wegen Verleumdung zu entgehen. Markus W. fasst die Situation folgendermaßen zusammen: „Weder das Gericht noch der Videogutachter haben die Glaubwürdigkeit der Aufnahmen in Zweifel gezogen – ebenso wenig wie die Aussagen der Zeugen.“ Von diesen hatte keiner die Version von Gil Ofarim gestützt. Deswegen findet Markus W.: „Gil Ofarim inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin.“
Was hat es mit der ominösen Verschwiegenheitserklärung auf sich?
Im „Dschungelcamp“ erklärte Gil Ofarim zunächst, er könne leider nicht mehr zum Fall sagen, da er eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben habe. Auch Aussagen aus seinem Umfeld schienen das zunächst zu bestätigen. Markus W. erklärt dazu: „Es gibt übrigens auch keinen Schweigedeal oder eine Verschwiegenheitsverpflichtung, obwohl Herr Ofarim das nahelegt. Er kann über die Vorgänge in der Lobby sprechen.“
Es existiere lediglich eine Unterlassungserklärung, die aber eng gefasst sei: „Er darf nicht mehr sagen, dass ich ihn wegen des Tragens einer Davidstern-Kette des Hotels verwiesen hätte. Und er darf auch keine ähnlichen Aussagen tätigen, die andeuten, dass eine antisemitische Äußerung stattgefunden habe.“ Demnach hätte Gil im „Dschungelcamp“ wohl deutlich mehr erzählen können, wenn er gewollt hätte. Somit könnte sich der Gedanke aufdrängen, dass es sich bei der angeblichen Verschwiegenheitserklärung um eine Ausrede bzw. Schutzbehauptung gehandelt hat.
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