In Kochshow "Grill den Henssler"

Flirt-Attacke von Evelyn Burdecki auf peinlich berührten Kochcoach

30.05.2023, 09.45 Uhr
von Jürgen Winzer

Steffen Henssler wollte sich den Sieg bei "Grill den Henssler" holen. Aber er hatte keinen leichten Stand, die Gegner zogen alle Register. Evelyn Burdecki etwa reizte mit Dekolleté und Zweideutigkeiten, vor allem jedoch ihren peinlich berührten Kochcoach.

Der Sieg war gar nicht so wichtig. "Unser Ziel ist: viele glückliche Gäste". Diesem Motto folgt Zwei-Sterne-Koch Martin Klein in seinem Salzbruger Restaurant "Hangar-7", und das setzte er auch für den Staffel-Showdown bei "Grill den Henssler" (VOX) an. Gastgeber Steffen Henssler (50) war weniger relaxt: Er wollte die 18. Staffel nach je zwei Siegen und Pleiten sowie einem Remis doch noch zum positiven Abschluss bringen und die erste Staffelpleite seit November 2021 abwenden: "So viel verloren hab ich noch nie, aber heute hab ich Bock!"

 

Die Voraussetzungen waren nicht einfach. Zwar feierten Meteorologin Insa Thiele-Eich (40) und Comedian Torsten Sträter (56) jeweils ihr GdH-Debüt, aber Reality-Queen Evelyn Burdecki (34) hatte Henssler 2020 schon einmal beim Dessert niedergerungen. Und Martin Klein (46) hatte eine makellos weiße Kochweste zu verteidigen: Bei zwei Einsätzen als Koch-Coach siegte er jedes Mal. Henssler respektvoll: "Er ist ein toller Koch und ein sehr, sehr guter Coach."

Oft lebt "Grill den Henssler" von den verbalen Scharmützeln des Gastgebers mit seinen Gästen oder seiner Moderatorin Laura Wontorra (34). Diesmal kam Henssler kaum zu Wort – was sich, so viel vorab, durchaus positiv auf seine Grillleistung auswirkte. Das war zum einen der engagierten Nervosität des französischen Koch-Coaches geschuldet, der von Gang zu Gang mehr über die Smalltalk-Freudigkeit seiner Schützlinge gegenüber Wontorra verzweifelte. "Ich bin durch, ich bin fertig", japste er, sobald die Teller gerade so rechtzeitig auf dem Jurypult platziert waren.

Feuerwerk an Sprüchen

Vor allem aber machten Torsten Sträter, der gelernte Komiker, und Evelyn Burddecki, Ex-Dschungelkönigin und geborene, aber unbeabsichtigte Stand-up-Comedienne, die Grill-Show zum Comedy-Event. Sträter stürzte Wontorra mit trockenen Sprüchen ("Bisschen mehr würzen soll ich? Was schlägste denn vor?" oder "Ich hätte das nicht machen sollen hier. Das artet in Abeit aus, das bin ich beim TV nicht gewöhnt.") von einem Lachflash in den nächsten. Evelyn Burdecki stahl in der Nachspeise mit typisch tapsiger Naivität und viel selbstironischem Humor ("Keine Angst: Mein Dekolleté ist festgetackert, ich will ja nicht, dass Steffen umfällt.") einfach allen die Show.

Am Grill legte Henssler vor. Die beiden ersten Gänge gewann er. Dabei hatte er erstmals seit Langem weder an den Impro-Gang-Zutaten (Thunfisch, Worcestersauce, Sternfrucht) noch an der von Insa Thiele-Eich geforderten Vorspeise (Linsensalat mit Aubrginencreme und Wachtelei) etwas zu mäkeln. Ergo setzte sich der "Sushi-Fritze" (O-Ton Wontorra) sowohl beim Impro-Gang dank zweier 10er-Wertungen von Jana Ina Zarrella (46, "Das war Perfektion!") und Reiner Calmund (74) wie auch in der Vorspeise mit je drei Punkten Vorsprung durch.

Torsten Sträter outet sich als Christian-Rach-Fan

Gut so – denn das jeweilige Punktepolster verspielte er postwendend, weil er beide Küchen-Competitions in den Sand setzte. Dabei war das Erschmecken von Tubengerichten schon fies – da hatte die angehende erste deutsche Astronautin Thiele-Eich dank des NASA-Trainings durchaus einen kleinen Vorteil. Dass er beim Einsammeln von Walnüssen mit dem Riesenschneebesen eher kläglich fegte, lag dann nur an Henssler allein, und er erkannte es: "Mein Gott, bin ich schlecht. Was spiel ich für ne Sch...!?"

Sträter setzte "Rindermedaillon Wellington mit Fondant-Kartoffel" auf den Speiseplan, das war aber nur zweite Wahl: "Ich dachte, Boris Becker kommt, und hatte eigentlich Gitter-Kartoffeln vorbereitet", setzte er den Startkalauer und hörte dann eigentlich nicht mehr auf zu witzeln. Er enthüllte, dass er großer Fan von Christian Rach (65) sei. "Mein Lieblingskoch." Mit Blick auf Henssler setzte er nach: "Klar, Henssler auch. Hensslers schnelle Nummer: Kochen mit einer Zutat. Heute: Brot!" Wontorra krümmte sich vor Lachen und Klein vor Verzweiflung, weil sein Kochschützling die Zeit verplapperte.

Aber auch Sträter kam an seine Grenzen: "Ich kann nicht mehr, ich schwitz mich kaputt." Sprach's und riss sich das Markenzeichen, seine Mütze, vom Kopf. Sträter oben ohne! "Das gibt's auch nur bei 'Grill den Henssler'", jubelte Wontorra. Wenig später jubelten die Promis: Calmund gab Sträter eine 10, und auch wenn Rach ("Hier kommt der Spielverderber") rügte, dass der Jus "total versalzen" sei, reichte es zum 26:24-Sieg über Henssler.

"Ich mach alles, was Martin sagt, wirklich, ich bin ihm hörig"

In der letzten Küchen-Competition holte Henssler drei Punkte, weil sich Burdecki erst (erfolgreich) mit einer Ananas abmühte, Thiele-Eich dann aber über eine Orange "stolperte". So zog er mit einem knappen 80:79-Vorsprung in den Dessert-Showdown mit der "süßen Versuchung" (Wontorra). Gemeint war Evelyn Burdeckis Dessert-Aufgabe "Schneegestöber aus Erdbeeren, Eis und Baiser".

"Wer hat dich eigentlich erfunden?", lachte Wontorra nach nur wenigen Minuten. Da stand die Küche von Burdecki schon unter verspritztem Eischnee und Martin Klein am Rande eines Kollaps, weil Burdecki sich im Smalltalk mit Wontorra kaum stören ließ: "Kuckuck, hier bin ich", rief der Maître. Dabei steht die Reality-Schöne ("Über Dating-Formate bin ich weg") voll auf ihren Coach: "Martin, du bist der Beste und so ein süßer Koch. Ich mach alles, was Martin sagt, wirklich, ich bin ihm hörig."

Beim Eischneeschlagen fragte Burdecki ihren Coach später treuherzig: "Noch'n bisschen mehr steif?" Viel Hoffnung konnte ihr der in Verlegenheit geflirtete Küchenchef jedoch nicht machten: "Ich bin glücklich verheiratet."

Steffen Henssler besiegt Koch-Coach Martin Klein

Das Publikum tobte, Wontorra japste ("Der Gang hat viel Kraft gekostet"), Klein war schachmatt. Aber die Jury erkannte doch Gelungenes. Zwar hätte das Burdecki'sche Baiser auch als Klebstoff getaugt (Zarrella: "Alter Falter, das klebt noch in drei Stunden zwischen den Zähnen"), aber geschmacklich war es mit der Henssler'schen Version auf Augenhöhe. Zwar in beiden Fällen "nicht 100-prozentig gelungen" (Calmund) und überhaupt "muss man ja nicht alles essen, was serviert wird" (Rach), aber in Gänze remiswürdig. 20:20 hieß es, und Henssler bleibt im direkten Duell mit Burdecki weiter sieglos.

Dank des 100:99-Endstandes aber schaffte er seinen ersten Sieg über Koch-Coach Martin Klein und schloss auch die 18. Staffel mit positiver Bilanz ab. Viel wichtiger aber war Wontorras Schlussfazit: "Diese Show macht so viel Spaß und Freude." Dem ist – bis zum Sommer-Special aus Magdeburg – nichts hinzuzufügen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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