ZDF-Sonntagsfilm

"Ein Sommer in Istrien": Der Ferienspaß sei "Wilsberg" gegönnt

von Hans Czerny

"Sommerliche Gefühle an der Adria", das verspricht die 38. Ausgabe der Herzkinoreihe "Ein Sommer in ...". – Diesmal ist Istrien, sind blaues Meer und grüne Olivenhaine an der Reihe. Dort hinein ist ein gewagtes Sujet gebastelt: Anne reist zur Hochzeit ihrer Freundin – und sie ist Fußballscoutin von Beruf!

ZDF
Ein Sommer in Istrien
Komödie • 14.11.2021 • 20:15 Uhr

Insgesamt 39-mal haben sie das nun schon hinbekommen, die "Herzkino"-Macher des ZDF: dass starke Frauen in die Ferne reisen und dort den Job mit dem Feriengefühl und die alte mit einer neuen Liebe verbinden. Diesmal ist es Anne (Sophie Pfennigstorf), die Amors Pfelie treffen. Die Hochzeit ihrer besten Freundin (Katrin Jaehne) steht in Istrien an, da gibts viel Folklore, Wein und schönen Gesang. Aber am schönsten ist doch der grüne Fußballplatz zwischen den Bergen, auf dem Anne den zwölfjährigen Matija (Xaver Pucci) entdeckt. Wird er Profi werden?

Diese Frage wird trotz des im "Herzkino" obligatorischen Happyends nicht endgültig geklärt. Matija hat Talent, behaupten sie alle. Selbst sein Fußballlehrer, der am Rand des idyllischen Spielplatzes steht, ist davon überzeugt. Der Zuschauer kriegt's indessen nicht so mit – mal eine halb geglückte Drehung, mehr sieht man nicht. Dafür erklärt Anne gleich dem Trainer viel: dass Matija den "Zielspieler" (Mittelstürmer) machen muss und dass man – um den Kopf wach zu halten – "auf vier kleine Tore" spielen soll.

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"Wilsberg" Leonard Lansink macht den düpierten Trainer, und er bleibt diesmal notgedrungen ein wenig unter seinem Niveau – aber ja, der Ferienspaß sei ihm gegönnt. Der Rest sind Frauengespräche beim Rotwein, ist die Wiederkehr einer alten Liebe von damals in Berlin. Dass der schöne Darijo mit dem tiefen Blick (Vladimir Korneev), der einst Profi-Torwart war, der Vater des begabten Matija ist, sollten wir eigentlich nicht verraten. Denn darum geht es ja: dass Darijo einst der Karriere wegen Anne, seine große Liebe, vernachlässigt hat und verfehlte. Das alles kriegen das Drehbuch und die Regie (Tomasz E. Rudzik) noch ganz gut hin. Leid muss es einem dagegen um Zoran (Tim Borys), den Bruder des Brautgemahls tun, der den äußerst unangenehmen Part des ewig verzeihenden Losers hat.

Dass Anne irgendwann an ihrem Scouting-Job zu zweifeln beginnt (beinahe wäre sie auch noch Spielerberaterin geworden!), ist die beste Wendung in diesem Frauen-Ferien-Fußballfilm. Darüber hinaus, zugegeben, wird die istrische Landschaft hübsch ins Bild gerückt, ohne Postkarten-Aufdringlichkeit. Schön auch der gelegentliche Zug zur Langsamkeit und auch das: dass die Darstellerinnen zwischendurch selber über ihren Seelen-Striptease ein wenig zu lachen scheinen. Als wüssten sie es selbst zu schätzen: Herzkino-Soll voll erfüllt!

Ein Sommer in Istrien – So. 14.11. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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