Rabiat-Doku

"Republik der Angst": Volkskrankheit, kein Randphänomen

von Julian Weinberger

Von Höhenangst bis Sozialphobie: In Deutschland leiden rund elf Millionen Menschen an Angststörungen. Betroffen sind alle Bevölkerungsschichten, wie eine neue "Rabiat"-Dokumentation zeigt. In dem Film erzählen Leidensgenossen nun ihre Geschichte, ein 70-jähriger Soldat ebenso wie eine junge Schülerin.

ARD
Rabiat: Republik der Angst
Dokumentation • 01.11.2021 • 23:05 Uhr

Ein Referat vor der Klasse zu halten, macht viele Schüler nervös. Bei Antonia gestaltet sich die Situation aber anders. Die 17-Jährige hat eine soziale Phobie, sie hat also Angst davor, vor Menschen zu sprechen. Doch es sind nicht nur die Qualen im Klassenzimmer, die die Teenagerin belasten. Antonia leidet überdies an Panikattacken und wendet sich unter Todesangst sogar mehrmals an die Feuerwehr – bis sie mit der Hilfe ihrer Mutter einen Therapieplatz findet. Wie es ihr dort ergeht, erzählt "Rabiat"-Reporterin Katja Döhne in der ARD-Dokumentation "Republik der Angst".

Der 45-minütige Filmbeitrag entwirft schlaglichtartig ein Bild von einer Volkskrankheit, die immer noch als Randphänomen wahrgenommen wird. Dabei haben in Deutschland etwa elf Millionen Menschen mit Angststörungen zu kämpfen. Wie unterschiedlich die Ausprägungen der psychischen Erkrankung sein können, machen die Lebens- und Leidensgeschichten der verschiedenen Protagonisten in der eindrücklichen Dokumentation klar.

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Filmemacherin Katja Döhne beobachtet unter anderem, wie sich ein Mann seiner Höhenangst stellt: Während einer Expositionstherapie erklimmt er den Turm der St. Lamberti-Kirche in Münster. Außerdem trifft Döhne eine Gruppe von Menschen mit Flugangst, die am Ende ihrer Therapiesitzung Unvorstellbares schaffen sollen: Sie sollen in ein Sportflugzeug steigen. Auch die "Rabiat"-Reporterin stellt sich ihrer eigenen Angst, indem sie sich einem Selbstversuch unterzieht. Vor einer virtuellen Welt präsentiert sie trotz ihrer Furcht, vor großen Gruppen zu sprechen, einen Vortrag – und muss mit den Reaktionen des überkritischen Publikums fertig werden.

Die Dokumentation "Rabiat: Republik der Angst" vermag es, Bewusstsein für ein Problem zu schaffen, das viel weiter verbreitet ist, als man auf den ersten Blick denken würde. Die einfühlsam erzählten Einzelschicksale und der harte Kampf der Betroffenen – vom 70-jährigen Soldaten bis zum jungen Studenten – zeigt zudem auf, wie mannigfaltig Angststörungen das Leben beeinträchtigen können.

Rabiat: Republik der Angst – Mo. 01.11. – ARD: 23.05 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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