Patricia Neal

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Patricia Neal im April 2007
Patsy Louise Neal
Geboren: 20.01.1926 in Packard, Kentucky, USA
Sternzeichen: Wassermann
Gestorben: 08.08.2010 in Edgartown, Massachusetts, USA

Ihr Leben bot all das, was ein Melodram bieten muss: Leid, Trauer, Triumph, Tod und Nervenzusammenbrüche. Da wundert es niemanden, dass ihr Leben bereits 1981 verfilmt wurde. "Triumph der Liebe" mit Glenda Jackson in der Titelrolle kam auf den Bildschirm, als Patricia Neal gerade einmal 55 Jahre alt war und noch eine langjährige Karriere vor sich hatte. Doch das Thema der Biographie war weniger die berufliche Laufbahn der Oscar-Preisträgerin, sondern viel mehr ihr Kampf gegen die Folgen einer schweren Krankheit, von der sie sich lange Zeit mühevoll erholte. Im Alter von 39 Jahre erlitt sie während ihrer fünften Schwangerschaft eine Reihe von Schlaganfällen und fiel in ein dreiwöchiges Koma. Sie war rechtsseitig gelähmt, hatte Sehkraft und Sprache verloren, brachte aber ein gesundes Kind zur Welt. Mit Hilfe ihres damaligen Ehemanns Roald Dahl schaffte sie die langwierige Rehabilitation und setzte anschließend ihre Filmkarriere fort. Außerdem engagierte sie sich seither für die Verbesserung der Rehabilitationsmaßnahmen bei Schlaganfall-Patienten.

Bereits als Kind wusste Patricia Neal, dass sie Schauspielerin werden wollte. Als sie zwölf Jahre alt war, schenkten ihre Eltern ihr Schauspielunterricht. 19-jährig verließ sie ihre Heimatstadt und zog nach New York, wo sie von Anfang an Bühnen-Erfolge feiern konnte. Gefördert von Eugen O'Neill und Lillian Hellmann erhielt sie bald schon Theaterpreise - unter anderem 1946 den Tony Award als beste Nebendarstellerin. Ihr Filmdebüt gab Patricia Neal an der Seite von Ronald Reagan in "John Loves Mary" (1949). Noch im gleichen Jahr stand sie neben Gary Cooper in dem Melodram "Ein Mann wie Sprengstoff" vor der Kamera und - erneut mit Reagan - für "Gezählte Stunden" (1949). Besonders das Melodram mit Gary Cooper, mit dem sie seit den Dreharbeiten eine Affäre verband, zeigte Patricia Neals Potential und bedeutete ihren Durchbruch. Doch allgemein heißt es, dass Hollywood die junge Aktrice nie richtig verstanden und darum von Anfang an fehl besetzt habe. Meist wurde sie für Romanzen und Komödien engagiert und oft ging es weniger um ihre schauspielerische Leistung als um ihr hübsches Gesicht. Die Affäre zum 25 Jahre älteren Cooper, mit dem sie 1950 auch für "Zwischen zwei Frauen" vor der Kamera stand, endete mit einem gebrochenen Heiratsversprechen und einem Nervenzusammenbruch, während ihre Karriere stetig voran schritt. 1953 lernte Patricia Neal den norwegisch-walisischen Autoren Roald Dahl kennen und heiratete ihn. Die Ehe war durch viele Schicksalschläge, die das Ehepaar gemeinsam meisterte, geprägt. So starb die Tochter Olivia Twenty im Alter von sieben Jahren an Masern und Sohn Theo Matthew wurde - gerade einmal wenige Monate alt - in einen Autounfall verwickelt, in Folge dessen er eine Schädigung seines Hirns davontrug.

In den späten Fünfzigerjahren sah man Patricia Neal verstärkt auf Broadway-Bühnen und in vielen verschiedenen Fernsehproduktionen wie "Omnibus" (TV-Serie, 1955), "Matinee Theatre" (TV-Serie, 1956), "Suspicion" (TV-Serie), "Playhouse 90" (TV-Serie), "Studio One" (TV-Serie), "Pursuit" (TV-Serie, alle 1958), "Rendezvous" (TV-Serie) und "Clash by Night" (beide 1959). Ihr einziger Kinofilm in dieser Zeit war "Das Gesicht in der Menge" (1957). 1960 übernahm sie in der Blake Edwards-Komödie "Frühstück bei Tiffany" die Rolle von George Peppards wohlhabender Freundin und Gönnerin Emily Eustace Failenson ("2E"). Darüber hinaus setzte sie ihre Fernsehkarriere fort und war in Episodenrollen diverser TV-Serien zu sehen: "Drama 61-67", "Checkmate", "Chicago 1930", "Zero One" (alle 1962) und "Ben Casey" (1963). Für ihre Darstellung in Martin Ritts Western "Der Wildeste unter Tausend" (1962) erhielt sie 1964 den Oscar. Ihr männlicher Partner - Paul Newman - war ebenfalls nominiert, ging aber leer aus. Bei der Verleihung war Patricia Neal nicht anwesend, weil sie mit ihrem vierten Kind schwanger war. An ihrer Stelle nahm die französische Darstellerin Annabella die Statue entgegen.

Bevor sie zum fünften Mal schwanger wurde, sah man sie 1964 an der Seite von Curd Jürgens in dem Melodram "Das Verlangen". Ein Jahr später in Otto Premingers Kriegsfilm "Erster Sieg" mit John Wayne und Kirk Douglas. Während dieser fünften Schwangerschaft kam es zu den bereits erwähnten Schlaganfällen, die nicht nur einen chirurgischen Eingriff nötig machten, sondern auch eine lange Rehabilitationszeit. Bereits 1967 war sie wieder soweit genesen, dass man ihr die Rolle der Mrs. Robinson in "Die Reifeprüfung" anbot. Sie selber fühlte sich aber noch nicht in der Lage, vor die Kamera zu treten und lehnte das Angebot ab. Erst 1968 war sie wieder bereit zu arbeiten und übernahm die Hauptrolle in Frank Gilroys "Rosen für die Lady", was ihr erneut eine Oscar-Nominierung einbrachte. Es war ihre letzte große Filmrolle, danach widmete sie sich - in Hinblick auf ihre angeschlagene Gesundheit - verstärkt Fernsehproduktionen.

Für ihre Darstellung der Olivia Walton in der Pilot-Episode zur erfolgreichen Familienserie "Die Waltons" erhielt Patricia Neal 1972 den Golden Globe. Trotzdem bot man ihr nicht die Rolle der Waltons-Mutter in der langjährigen Serie an. Dort wurde Olivia Walton von Michael Learned gespielt. Es folgten weitere Gastauftritten in Fernsehserien. 1974 übernahm sie eine Episodenrolle in "Kung Fu", ein Jahr später in "Pioniere der Prärie - Der lange Weg nach Westen" und "Abenteuer der Landstraße". 1981 spielte sie an der Seite von Fred Astaire und Douglas Fairbanks Jr. in John Irvins Horrorfilm "Zurück bleibt die Angst". Zwei Jahre später ließ sich Patricia Neal von Roald Dahl, der 1990 starb, scheiden. Vorausgegangen waren eine Affäre zwischen Roald Dahl und Felicity Crosland, einer Freundin von Patricia Neal. Mit zunehmendem Alter erhielt sie weniger Schauspiel-Angebote. Sie zog nach New York, hatte einen zweiten Wohnsitz in Martha's Vineyard, nahm nur noch vereinzelte Rollen an und setzte sich langsam zur Ruhe. Einer ihrer letzten Filme war, in der Titelrolle der Jewel Mae 'Cookie' Orcutt, Robert Altmans "Cookie's Fortune" (1999). Hier mimte sie eine liebenswerte Witwe, die nur noch in Erinnerungen an ihren verstorbenen Mann lebt und nach Jahren der Einsamkeit beschließt ihrem Leben ein Ende zu setzen. Nach mehrjähriger Pause war Patricia Neal zuletzt 2009 in dem Fernsehfilm "Music in my Heart" zu sehen.

28 Jahre nach ihrer Autobiographie "ww.amazon.de/As-Am-Autobiography-Patricia-Neal/dp/0671625012/ref=sr_1_14?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1281448183&sr=8-14 As I Am: An Autobiography" erschien 2006 "ww.amazon.de/Patricia-Neal-Stephen-Michael-Shearer/dp/0813123917/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1281448242&sr=8-1 Patricia Neal: An Unquiet Life" von Stephen Michael Shearer. Einmal mehr fand das "unruhige" Leben der US-amerikanischen Schauspielerin Platz zwischen zwei Buchdeckeln. Und auch für Dokumentationen mussten die bewegenden Momente ihres Lebens herhalten: 2003 erschien Laurent Preyales "Gary Cooper and Patricia Neal". Nach einer langjährigen Lungenkrebserkrankung verstarb Patricia Neal im Alter von 84 Jahren am 8. August 2010 im Kreis ihrer Familie in Edgartown (Massachusetts). Sie hinterläßt vier erwachsene Kinder: Chantal Tessa Sophia (ebenfalls Schauspielerin und Autorin), Theo Matthew, Ophelia Magdalena und Lucy. Von ihren sieben Enkelkinder ist besonderns ihre Enkelin Sophie Dahl zu erwähnen, die als Model und Schriftstellerin von sich reden macht.

Weitere Filme und Serien mit Patricia Neal: "Menschenschmuggel", "Frauengeheimnis" (beide 1950), "Unternehmen Seeadler", "Überfall am Raton-Pass", "Der Tag, an dem die Erde stillstand", "Week-End with Father" (alle 1951), "Kurier nach Triest", "Washington Story", "Something for the Birds" (alle 1952), "La tua donna", "Goodyear Television Playhouse" (TV-Serie), "Stranger from Venus" (alle 1954), "Clash by Night" (1959), "Strindberg on Love", "Play of the Week" (TV-Serie, beide 1960), "Special for Women: Mother and Daughter" (1961), "Westinghouse Presents: That's Where the Town Is Going" (1962), "Espionage" (TV-Serie, 1963), "Das Haus der Schatten" (1971), "Ghost Story" (TV-Serie), "Baxter und die Rabenmutter" (beide 1972), "Happy Mother's Day, Love George", "B muss sterben" (beide 1973), "Things in Their Season" (1974), "The American Woman: Portraits of Courage" (Sprecherin, 1976), "Tail Gunner Joe", "Nido de viudas" (beide 1977), "A Love Affair: The Eleanor and Lou Gehrig Story", "The Bastard", "Paß des Todes" (alle 1978), "Glitter" (TV-Serie), "Augen in der Dunkelheit", "Das Gelübde zerbricht" (alle 1984), "An Unremarkable Life" (1989), "Hallmark Hall of Fame" (TV-Serie), "Immer wenn sie Krimis schrieb..." (TV-Serie, beide 1990), "Nimm die Hände von unserer Tochter" (1992), "Heidi" (1993), "For the Love of May" (2000).

Foto: WIKIPEDIA Commons/David Shankbone


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