Robert van Ackeren

Robert van Ackeren, der Meister des Hochglanz-Melodrams Vergrößern
Robert van Ackeren, der Meister des Hochglanz-Melodrams
Robert van Ackeren
Geboren: 22.12.1946 in Berlin, Deutschland
Sternzeichen: Steinbock

Der Kameramann und Regisseur wurde 1965 in der Fachhochschule für Optik und Fototechnik in Westberlin ausgebildet. Für das dort ansässige "Literarische Colloquium" dreht er "Abends, wenn der Mond scheint" und "Technische Universität Berlin". Er fotografiert als Kameramann von Roland Klick ("Deadlock", 1970), Klaus Lemke, Werner Schroeter und Rosa von Praunheim ("Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", 1970). Aber schon zu dieser Zeit dreht er eigene Filme, Kurzfilme unterschiedlichen Sujets wie eine Reportage über Willy Brandts Wahlkampf: "19. September" (1966).

Van Ackeren leugnet nicht, daß er von Filmen aus dem amerikanischen Underground beeinflusst ist. Das zeigt sehr deutlich sein Spielfilmdebüt "Blondie's Number One" (1971). Hier spiegelt er an der Geschichte eines Mädchens, das zur Tanrnung eine Scheinehe eingehen will, die Situation in der West-Berliner Subkultur.

Van Ackeren ist ein brillanter Filmtechniker. Gleichermaßen versteht er sich auf den Umgang mit Laienspielern und fällt als Meister der Erzählkunst auf. Seine Hochglanz-Melodramen haben ironische Distanz. "Harlis" von 1972 ist eine larmoyante Komödie von hoher Qualität.

"Der letzte Schrei" (1974) mit Delphine Seyrig, Barry Foster und Peter Hall war ein ungewöhnlicher Film, der aus der Reihe fällt. Ein total verrottetes Unternehmen wird in großzügiger Geste der Belegschaft übergeben, doch die Arbeiter, die vor roten Transparenten "Brüder zur Sonne, zur Freiheit" singen, fallen in einer grotesken Story um Geschäfts- und Sexualpraktiken aus der Rolle. Alles wirkt wie blanker Hohn - eine wirkliche Satire, die keinen Wert auf guten Geschmack legt.

In "Belcanto oder Darf eine Nutte schluchzen" (1977) lädt ein bankrotter Konzertagent die gesamte Schickeria ein, um Geld für eines seiner Projekte einzutreiben. Das Ganze endet mit einem Fiasko. Inszeniert mit einem Höchstmaß an gewollter Künstlichkeit.

"Die Reinheit des Herzens" (1979) verknüpft wieder Elemente des Melodrams mit solchen der schwarzen Komödie: Ein Seitensprung endet mit der Ermordung des Liebhabers. In dem Dokumentarfilm "Deutschland privat" (1980) stellen sich Amateurfilmer zur Schau.

Mit "Die flambierte Frau" von 1983 wird Robert van Ackeren international berühmt. Er nennt die Geschichte einer Aussteigerin, die als Domina denn doch keine Erfüllung findet, "eine obsessive Liebesgeschichte vor dem Hintergrund, wo 'Liebe' nur den Charakter einer Ware hat. Es ist ein Film über heimliche Wünsche, Sehnsüchte, über bürgerliche Neugier und Männerphantasien."

"Die Venusfalle" (1988) zeigt einen jungen Arzt, der sich auf der Flucht vor einer allzufesten Beziehungen mit seiner Verlobten in eine andere Frau verliebt. Obwohl sein Film übwerwiegend schlechte Kritiken erntete, gelang es ihm wieder, ein neues deutsches Sexsymbol zu erschaffen; diesmal war es Sonja Kirchberger.

Van Ackerens Film, "Die wahre Geschichte von Männern und Frauen" (1991), handelt von fünf Frauen, die nach gescheiterten Beziehungen zunächst einmal auf konsequente Abstinenz setzen. Der katholische "film-dienst" bezeichnete das Werk als "überwiegend schale Nummern-Revue ohne tiefere Dimensionen".


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