Rolf Zacher

Lesermeinung
Geboren
28.03.1941 in Berlin, Deutschland
Gestorben
03.02.2018 in Hamburg, Deutschland
Sternzeichen
Biografie

Immer ein wenig skurril und ausgeflippt und gegen den Strich gebürstet - der ehemalige Sänger und Musiker der Rockgruppe Amon Düül aus den frühen Siebzigerjahren ist ein Typ, den man nicht so schnell vergisst. Schräge Figuren in seiner weit mehr als hundert Rollen umfassenden Filmographie sind sein besonderes Metier. Doch Zacher spielt sie nicht nur, er gibt sich auch persönlich witzig-schräg und exzentrisch. Drogen (Heroin) und Alkohol brachten ihn in den Achtzigerjahren bis an den Ruin. Rund zehn Jahre hat er im Knast verbracht, etwa 20 Mal (meist wegen Drogenbesitz) soll er verhaftet worden sein. So genau weiß er das wohl selbst nicht. Seine im Oktober 2002 erschienene Biographie "Endstation Freiheit" spricht Bände.

Kellner, Barmixer, Sänger, Musiker und Tänzer war der gelernte Bäcker und Konditor gewesen. In Berlin-Kreuzberg, wo er 1994 eine Kneipe eröffnete, begründete er das "Ein-Groschen-Theater" mit. Dort sah ihn Helmut Käutner und verhalf dem Amateur-Mimen 1961 zu seinem Filmdebüt in "Zu jung für die Liebe?". Zacher nahm anschließend Unterricht in der Fritz-Kirchhoff-Schauspielschule und der Ufa-Schauspielschule und schlug an der Kleinen Komödie in Hamburg die Schauspielerlaufbahn ein. Populär jedoch wurde der Anti-Biedermann erst durch den Film.

Seit Mitte der Sechzigerjahre arbeitet er mit Regisseuren wie Ulrich Schamoni ("Es", 1965; "Chapeau claque", 1973), Peter Lilienthal, Robert van Ackeren ("Der letzte Schrei", 1974; "Die Venusfalle" 1988), Hans W. Geisendörfer und Reinhard Hauff zusammen. Er spielt in Fassbinders "Berlin Alexanderplatz" (1980) und in "Liebling Kreuzberg", wirkt im "Tatort", im "Polizeiruf 110" und vielen anderen Serien ("Die Stadtindianer") mit. Hier spielt er den Zocker, den Verlierer, den kleinen Ganoven und spleenigen Lebenskünstler. Für seine Rolle als scheiternder Gauner neben Burkhard Driest in "Endstation Freiheit" (1980, Regie: Volker Hauff) hatte er 1981 den Bundesfilmpreis erhalten.

Ein schwerer Autounfall (1969), Morphium-Präparate, gefolgt von Drogen werfen den Schauspieler immer wieder zurück. Die Achtzigerjahre sind geprägt von Entzügen, Gefängnisaufenthalten und Geldproblemen. Zehn Jahre dauert es, bis der Schauspieler Anfang der Neunziger seine Sucht in den Griff bekommt. Im Film und in Talkshows pflegt er weiter sein Image des schodderig-frechen Typen mit Herz und Lebenserfahrung. Zacher ist durchaus witzig. Das öffnete ihm die Tür für die Komödie und den Kinderfilm - und offenbar auch für das Dschungelcamp.

Gemeinsam mit elf weiteren Kandidaten zog er im Januar 2016 für die zehnte Staffel der RTL-Show "Ich bin ein Star - Holt mir hier raus!" in den australischen Dschungel.

Weitere Filme mit Rolf Zacher: "Der Partyphotograph" (1968), "Ein Hoch der Liebe" (1969), "Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung" (1969), "Mädchen... nur mit Gewalt" (1970), "Liebe, so schön wie Liebe" (1971), "Eine Handvoll Zärtlichkeit" (1972), "Ermittlungen gegen Unbekannt" (1974), "Lieb Vaterland, magst ruhig sein", "Der letzte Schrei" (beide 1975), "Der Zauberberg" (1981), "Annas Mutter" (1983), "Tapetenwechsel" (1984), "Tatort - Das Haus im Wald" (1984), "Tatort - Miese Tricks" (1985), "Otto Spalt", "Smaragd", "Peng! Du bist tot!" (alle 1987), "Rosinenbomber" (1988), "Schweinegeld - Ein Märchen der Gebrüder Nimm", "Tatort - Blutspur" (beide 1989), "Bei mir liegen Sie richtig" (1990), "Mörderische Entscheidung", "Der Brocken" (beide 1991), "Go Trabi, Go 2", "Tatort - Blindekuh" (beide 1992), "Voll normaaal", "Der Sommer des Falken", "Zwei Brüder" (Krimiserie mit den Wepper-Brüdern), "Fünf Millionen und ein paar Zerquetschte" (alle 1994), "Eine Frau will nach oben", "Die Männer vom K3 - Keine Chance zu gewinnen" (beide 1995), "Ein Rucksack voller Lügen" (1996), "Weibsbilder", "Dr. Monika Lindt - Kinderärztin, Geliebte, Mutter - Zirkusfieber" (Pilot zur Serie), "Tatort - Tod im Jaguar", "Ich bin kein Mann für eine Frau" (alle 1996), "Letzte Chance für Harry", "Polizeiruf 110 - Diskokiller", "Polizeiruf 110 - Mordsmäßig Mallorca" (alle 1998), "Voll auf der Kippe" (Klamotte mit Mike Krüger), "Der Schatz, der vom Himmel fiel", "Mensch, Jesus!" (alle 1999), "Maximum Speed - Renn um dein Leben!" (2000), "Väter" (2002), "Lattenknaller" (2003), "Männer wie wir" (2004), "Dr. Sommerfeld - Zwischen allen Stühlen", "Andersrum", "Tatort - Bienzle und der Tod in der Markthalle" (alle 2005), "Chaostage", "Lulu und Jimi" (beide 2008), "Ohne Gnade" (2013), "Tod den Hippies – Es lebe der Punk!" (2014).

Filme mit Rolf Zacher

2014
Tod den Hippies – Es lebe der Punk!
Drama
2013
Ohne Gnade
Komödie
2012
Stolzer Gartenzwerg-Fabrikant: Jürgen Vogel
Quellen des Lebens
Drama
2012
Ihr Brief zur Hochzeit
Kurzspielfilm
2010
Die Friseuse
Komödie
2009
Frösche petzen nicht
Komödie
2008
Verbotene Liebe? Jennifer Decker und Ray 
Fearon
Lulu und Jimi
Drama
2008
Chaostage
Episodenfilm
2005
Dr. Sommerfeld
Arztfilm
2005
Andersrum
Komödie
2004
Männer wie wir
Komödie
2002
Väter
Drama
2000
Wo kommt denn jetzt die Knarre her? Erdogan Atalay
ratlos
Maximum Speed - Renn um dein Leben!
Actionthriller
1999
Voll auf der Kippe
Komödie
1999
Der Schatz, der vom Himmel fiel
Kinderfilm
1998
Letzte Chance für Harry
Tragikomödie
1996
Tatort
Krimi
1996
Stubbe - Von Fall zu Fall
Krimi
1996
Ein Rucksack voller Lügen
Kinderfilm
1995
Die Männer vom K3
Krimiserie
1994
Zwei Brüder
Krimi
1994
Voll normaaal
Komödie
1992
Tatort
Krimi
1992
Go Trabi, Go 2
Komödie
1989
Tatort
Krimi
1988
z.B. ... Otto Spalt
Satire
1988
Die Venusfalle
Erotikfilm
1985
Tatort
Krimi
1985
Gambit
Politthriller
1985
Der Formel Eins Film
Musikkomödie
1984
Schimanski (Götz George) will herausfinden, warum
Ulla (Christiane Lemm) und er im Haus belagert werden
Tatort
Krimi
1983
Anna (Verena Corinna) ahnt noch nicht, dass sie
ihrem Mörder gegenübersteht
Annas Mutter
Krimidrama
1982
Nicht nur Musik im Kopf: Uwe Bohm als Heartbreaker  
Die Heartbreakers
Musikfilm
1982
Gert Burkard (M.) in der Rolle des braven
Buchhalters Alwin Thieme
Büro, Büro
Comedyserie
1981
Küss die Hand, Madame - Christoph Eichhorn und
Marie-France Pisier
Der Zauberberg
Literaturverfilmung
1981
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
Literaturverfilmung
1980
Endstation Freiheit
Sozialdrama
1980
Berlin Alexanderplatz
Literaturverfilmung
1975
Lieb Vaterland, magst ruhig sein
Spionagefilm
1974
Das ist aber ein schönes Händchen! Delphine Seyrig
und Peter Hall
Der letzte Schrei
Groteske
1972
Regierungsdirektor Warrlau (Ulrich Matschoss, 2.
v.r.) wurde überfallen
Tatort
Krimi
1970
O.K.
Kriegsdrama
1969
Wenn süß das Mondlicht auf den Hügeln schläft
Komödie
1968
Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung
Komödie
1966
Lautlose Waffen
Agentenfilm
1965
Es
Drama

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