Wayne Wang

Lesermeinung
Geboren
12.01.1949 in Hongkong, heute China
Alter
73 Jahre
Sternzeichen
Biografie
Regisseur Wayne Wang war stets darauf bedacht, zwischen großen Hollywood-Produktionen wie "Töchter des Himmels" (1993) und kleineren Independentfilmen wie "Smoke - Raucher unter sich" (1995) zu alternieren. Wang wurde, nach der Flucht seiner Familie aus dem 1947 von Kommunisten besetzten China, in Hongkong geboren. Er absolvierte die jesuitische Wah Yan High School und emigrierte mit 18 Jahren in die USA, um in Oakland am California College of the Arts and Crafts Filmwissenschaften zu studieren.

Sein erstes Projekt war der Abschlussfilm "A Man, A Woman, A Killer", den er zusammen mit Rick Schmidt inszenierte. Mit einem Masters-Degree in der Tasche kehrte Wang nach Hongkong zurück. Zu Beginn arbeitete er dort am öffentlich-rechtlichen Sender R.T.H. (Radio and Television Hong Kong), der als Sprungbrett für jene jungen Filmhochschulabsolventen galt, die als "Hong Kong New Wave" in die Filmgeschichte eingehen sollten. Während seiner dortigen Anstellung führte er unter anderem bei mehreren Episoden der berühmten Serie "Below the Lion Rock" Regie, die das tägliche Leben durchschnittlicher Hongkong-Bewohner abbildete.

In der Folge kehrte er in die USA zurück, wo er diesmal sein Domizil in San Francisco aufschlug. Dort verbrachte er einige Zeit mit der Betreuung asiatischer Einwanderer. Diese Erfahrungen inspirierten Wang zu seinem zweiten Spielfilm "Chan Is Missing". Darin verwob er die Handlung eines Thrillers mit der Beschreibung sozialer Konflikte und politischer Strömungen. Der für nur 27000 Dollar realisierte 16-mm-Schwarzweißfilm avancierte zum Vorreiter von späteren Low-Budget-Kultfilmen wie "El Mariachi" (1992) und "Die Ladenhüter" (1993).

Wangs dritter Spielfilm "Dim Sum - Etwas fürs Herz" (1984) debütierte an der Directors Fortnight des Filmfestivals in Cannes und erhielt eine British-Academy-Award-Nominierung als bester ausländischer Film. Daraufhin inszenierte er den Thriller "Slam Dance" (1987) mit Tom Hulce, Mary Elizabeth Mastrantonio und Virginia Madsen in den Hauptrollen. In der New Yorker Chinatown spielte Wangs Nachfolgeprojekt, die Tragikomödie "Eine Tasse Tee für die Liebe"(1989). Das in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts spielende Historiendrama zeigte Wangs Ehefrau Cora Miao und Russell Wong an der Spitze des Ensembles. Als Nächstes drehte Wang die in Hongkong angesiedelte Gangsterkomödie "Life is Cheap ... But Toilet Paper is Expensive" (1989).

Wangs erster Studiofilm "Töchter des Himmels" (1993) basierte auf Amy Tans gleichnamigem Bestseller. In "Smoke", der Verfilmung von Paul Austers Originaldrehbuch, standen Harvey Keitel, William Hurt und Forest Whitaker vor seiner Kamera. Der Film gewann den Goldenen Bären auf der Berlinale und wurde als bester Film für den französischen César nominiert. An den Kinokassen in Europa und Asien bildeten sich Warteschlangen. Wang und Auster arbeiteten erneut für "Blue in the Face - Alles blauer Dunst" (1994) als Regieteam zusammen. Die zweite Geschichte beinhaltete größtenteils die gleichen Darsteller und Drehorte wie "Smoke". Zu Wangs neueren Regiearbeiten zählen die Hongkong-Romanze "Chinese Box "(1997) mit den Hauptakteuren Jeremy Irons und Gong Li "Überall, nur nicht hier" (1999) mit Susan Sarandon und Natalie Portman, das Independentprojekt "Macht der Begierde" (2001) mit Molly Parker und Peter Sarsgaard in den Hauptrollen, sowie die romantissche Komödie "Manhattan Love Story" (2002) mit Jennifer Lopez und Ralph Fiennes. 2005 folgte mit "Winn-Dixie - Mein zotteliger Freund" gelungene Unterhaltung für die ganze Familie, 2006 die Komödie "Noch einmal Ferien". 2007 drehte er das sehenswerte Drama "Mr. Shi und der Gesang der Zikaden", während er in "Der Seidenfächer" (2011) aber nicht mehr an seine früheren, qualitativ hochwertigen Regieleistungen anknüpfen konnte.

Foto: Pandora

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