Elijah Wood

Vom Kinderstar zum Charakterdarsteller: Elijah Wood. Vergrößern
Vom Kinderstar zum Charakterdarsteller: Elijah Wood.
Fotoquelle: Jaguar PS/shutterstock.com
Elijah Wood
Geboren: 28.01.1981 in Cedar Rapids, Iowa, USA

Seine Rolle als junger Hobbit Frodo Beutlin in Peter Jacksons gefeierter "Herr der Ringe"-Trilogie ("Der Herr der Ringe - Die Gefährten", "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme", "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs") nach Tolkien machte ihn weltberühmt: Elijah Wood.

Allerdings steht der aus Iowa stammende Darsteller bereits seit Kindesbeinen vor der Kamera, nachdem ihn seine Mutter in jungen Jahren an einem Model- und Talentwettbewerb teilnehmen ließ. Seit dieser Zeit sah man Wood in Werbefilmen, denen bald erste kleine Rollen folgten, so etwa ein Miniauftritt als Junge, der sich seine Zeit mit Videospielen vertreibt, in Robert Zemeckis Blockbuster "Zurück in die Zukunft II" (1989). In der Folgezeit erarbeitete sich der junge Wood, den Kritikerpapst Robert Ebert als den meist talentierten Schauspieler seiner Altersgruppe in Hollywood bezeichnet, ein breitgefächertes Rollen-Spektrum und überzeugte Publikum wie Kritik mit Darstellungen von großer Tiefe.

Erste größere Rolle spielte Wood schließlich 1990 in Mike Figgis atmosphärisch dicht inszenierten und überzeugenden Polizei-Thriller "Internal Affairs - Trau' ihm, er ist ein Cop" (1990) an der Seite von Richard Gere und Andy Garcia, in Barry Levinsons ausgezeichnetem Familiendrama "Avalon" (1990), bevor er im Jahr darauf in Mary Agnes Donoghues Melodram "Sommerparadies" (1991) in der Rolle des zehnjährigen Jungen einem verbitterten Ehepaar (Don Johnson und Melanie Griffith) die Liebe zum Leben zurück gibt. Für sein Spiel wurde Wood für den Young Artist Award als bester junge Künstler nominiert.

Für einen wirkungsvollen emotionalen Nachhall sorgte er danach mit seiner Rolle in Richard Donners einfühlsamen und brillant gespielten Jugend-Drama "Flug ins Abenteuer" (1992), in dem er als Junge überzeugte, der mit seinem Bruder ein Flugzeug bauen will, um damit vor dem tyrannischen Stiefvater zu fliehen, während er in Steve Miners Liebesfilm "Forever Young" den Sohn von Jamie Lee Curtis verkörperte. Ein Grace bekommt ihr Leben trotz beruflicher Erfolge nicht in den Griff. Ihr fehlt die Anerkennung ihres patriarchalischen Vaters, der über den Familienbetrieb herrscht. Als sie unerwartet schwanger wird, gerät ihr Innenleben völlig aus den Fugen. Da taucht plötzlich ihr unsichtbarer Freund Dayo auf. Grace erfand ihn, als sie selbst noch ein Kind war und teilte ihre kindlichen Sorgen mit ihm. Und immer noch erweist sich Dayo als hilfreicher Gefährte ...

Die charmant erzählte, wenn auch bisweilen kitschige Komödie "Dayo - Mein unsichtbarer Freund" entstand ebenfalls 1992 unter der Regie von Michael Schultz: Elijah Wood gibt hier einen unsichtbaren Freund, den die junge Grace in ihrer Kindheit erfunden hat, um mit ihm alle Sorgen zu teilen. Als sie schwanger wird, taucht Dayo tatsächlich auf und erweist sich als hilfreicher Geselle ... Im Jahr darauf stand der inzwischen 12-jährige Darsteller für Stephen Sommers Verfilmung des Mark-Twain-Klassikers "Die Abenteuer von Huck Finn" vor der Kamera, die allerdings wegen der Szenen mit dem brutalen Vater für kleine Kinder nicht geeignet ist. Der Horrorthriller "Das zweite Gesicht" zeichnete sich dagegen nur durch eine banale Story und eklatante Drehbuchschwächen aus. Für Furore sorgte allerdings wieder John Avnets Melodram "Das Baumhaus": Hier gibt Wood eines der Kinder von Kevin Costner, der im Mississippi des Jahres 1970 als Vietnam-Heimkehrer versucht, sein Leben in geordnete Bahnen zu lenken. Er will erneut eine Beziehung zu seinen Kindern aufbauen, die ihre Zeit damit verbringen, ein Baumhaus zu errichten. Sie träumen von einem magischen Ort und hoffen, dort der Realität entfliehen zu können ... Stephen setzt alles daran, die Träume seiner Familie zu verwirklichen. Für seine brillante Darstellung des Stuart "Stu" Simmons wurde Wood 1994 auf der NATO/ShowEast (Kongress der Kinobetreiber) zum "Jungstar des Jahres" gekürt.

Ebenso überzeugend gab Elijah Wood noch im gleichen Jahr in Rob Reiners origineller wie spritziger Komödie "North" an der Seite von Bruce Willis den hoch begabten North, der sich von seinen Eltern scheiden lassen will, da diese ihn vernachlässigen. Nach zweijähriger schöpferischer Pause kehrte Wood schließlich 1996 mit dem Remake des Tierfilm-Klassikers "Flipper" auf die Kinoleinwand zurück. Hier verkörperte er den jungen Sandy Ricks, der einem verletzten Delfin das Leben rettet und ihn anschließend zähmt. Klasse ist auch seine Rolle als Mikey Carver in Ang Lees gefeiertem Gesellschaftsdrama "Der Eissturm", eine brillante Studie über Traditionen, Lügen, Geborgenheit und die Kälte des Individualismus sowie eine imposante Reflexion über die Siebzigerjahre.

1998 gehörte Wood zunächst zum Staraufgebot von Mimi Leders Sciencefiction "Deep Impact", der sich jedoch als völlig uninspirierte Mischung bekannter Streifen wie etwa "Meteor", "Independence Day" oder "The Day After - Der Tag danach" erwies. Physikalische Gesetzmäßigkeiten interessieren ebenso wenig wie komplexe Gefühlswelten. So hechelte die überaus dünne Story von einer Nichtigkeit zu nächsten und verschenkte das großartige Schauspielerpotential vollkommen. Akzeptabler war dann wieder Robert Rodriguez' Horrorfilm "The Faculty", in dem Wood zu einer Gruppe Highschool-Schüler gehört, die entdeckt, dass Außerirdische die Kontrolle über einen Teil der Lehrerschaft übernommen haben ... Ebenfalls 1998 entstand Martin Duffys ungewöhnliches Psychodrama "Freunde bis zum Tod" (1998), in dem Wood den jungen Barney gab, der an Amnesie leidet und in einer Klinik für unheilbar kranke Jugendliche lebt, wo seltsame Experimente durchgeführt werden.

Noch vor seinem großen Durchbruch mit der Tolkien-Trilogie verkörperte Wood 2000 in der gelungenen Krimikomödie "Verbrecher und andere Chaoten" den jugendlichen Profikiller Mikey. Erneut unter der Regie von Robert Rodriguez hatte er 2003 einen Cameo-Auftritt in dem "Spy-Kids"-Nachfolger "Mission 3D" und gehörte zur Besetzung von Michel Gondrys Charlie Kaufman-Verfilmung "Vergiss mein nicht!", eine kuriose Liebesgeschichte um schicksalhafte Fügungen, große Gefühle und wahre Liebe. Ein Actionfilm folgte mit Lexi Alexanders "Hooligans" (2005), die Geschichte von Matt Bruckner, der ungerechtfertigt von der Harvard Universität exmatrikuliert wird und in London in die englische Hooliganszene einführt wird. Und ein Kracher und großer Kritiker-- wie Publikumserfolg stand noch im gleichen Jahr mit "Sin City" an. Die gemeinsame Regiearbeit von Robert Rodriguez, Frank Miller und Quentin Tarantino nach der gleichnamigen Comic-Reihe von "Batman"-Erneuerer Frank Miller ist endlich einmal eine Comic-Adaption, die der Vorlage mehr als nur gerecht wird, denn oft wirkt der Film so, als hätte man den Comic direkt als Storyboard verwendet. Starke Schwarzweiß-Bilder mit einzelnen Farbklecksen (rot und gelb) erinnern an "film noir"-Klassiker, die oft übertriebenen Brutalitäten und der nihilistische Humor an andere Filme von Rodriguez. Nicht nur die namhafte Besetzung, sondern auch die technische Perfektion überzeugen.

Wieder ein Tragikomödie entstand 2005 mit "Alles ist erleuchtet" von Liev Schreiber. Wood ist der Archivar Jonathan Safran Foer, der schon immer alles gesammelt hat, was mit seiner Familie zu tun hatte. Als er ein altes Foto findet, führt ihn das auf die Spur seiner ukrainischen Urgroßmutter. Gemeinsam mit seiner Großvater und mit dem schlitzohrigen Alex geht er vor Ort auf Spurensuche... Nach einer Rolle in dem starbesetzten Episodenfilm "Paris, je t'aime" sah man Wood ebenfalls 2006 in dem Drama "Bobby", in dem Emilio Estevez mit riesigem Staraufgebot die Geschichte des 6. Juni 1968 im Ambassador Hotel in Los Angeles erzählt. Hier will Senator Robert F. Kennedy nach gewonnenen Vorwahlen seine Kandidierung für die Präsidentschaft verkünden. Dass er Opfer eines Attentats werden wird, ahnt noch niemand ... Wenig glaubwürdig wirkt Elijah Wood allerdings in Álex de la Iglesias Thriller "The Oxford Murders" (2008). Wood gibt den Studenten Martin, der zwecks Auslandssemester nach Oxford kommt. Er will unbedingt den Erkenntnistheoretiker und Mathematikprofessor Arthur Seldom kennen lernen. Als Martins Vermieterin, eine alte Freundin Seldoms, ermordet aufgefunden wird, kreuzen sich die Wege der beiden scheinbar zufällig ...

Weitere Filme und Serien mit Elijah Wood: "Luke, der einzige Zeuge" (1990), "Day-O" (1992), "Oliver Twist", James Tobacks "Black & White" (beide 1999), "All I Want" (2002), "Happy Feet" (Stimme im Original, 2006), "#9" (Stimme im Original, 2009), "Wilfred" (Serie, 2011), "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise", "Maniac", "Celeste & Jesse", "Die Schatzinsel" (alle 2012), "Der Hobbit: Smaugs Einöde" (2013).


Zur Filmografie von Elijah Wood
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