Corinne (Mireille Darc) und Roland (Jean Yanne)
haben sich nicht viel zu sagen

Weekend

KINOSTART: 01.01.1970 • Experimentalfilm • Frankreich, Italien (1967) • 103 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Week-end
Produktionsdatum
1967
Produktionsland
Frankreich, Italien
Filmstudio
Cinecidi, Comacico, Les Films Copernic, Lira Films
Budget
250.000 USD
Laufzeit
103 Minuten
Music
Antoine Duhamel
Kamera
Raoul Coutard

Corinne und Roland, ein Paar, das sich auseinander gelebt hat, haben beide ihre Geliebten und nebenbei auch schon einige Anschläge aufeinander verübt. Dennoch schließen sie Waffenstillstand, um gemeinsam zu Corinnes sterbendem Vater zu fahren, der ein größeres Erbe hinterlässt. Auf dem Weg zu seinem Wohnort jedoch stolpern sie von einer Katastrophe in die nächste: Gigantische Staus, blutige Massenunfälle und gewalttätige Anhalter säumen ihren Weg, bis das Paar seinen Wagen zu Schrott fährt und zu Fuß weiter muss. Außerhalb jeder normalen Chronologie beginnt für die beiden eine Odyssee zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Kunst und Revolution, zwischen Albtraum und Realität ...

Wohl einer der grellsten Filme, die je auf Zelluloid gebannt wurden: Mit "Weekend" rief Godard "das Ende des grammatikalischen Zeitalters des Films" aus. Seine Verfremdungstechnik durch permanente Brüche im Erzählfluss, die unorthodoxe Kombination von Bild und Ton und der distanzierende Einsatz der Zwischentitel finden in seinem letzten Film vor dem Mai '68 einen Höhepunkt. Als Verhöhnung der Bourgeoisie, radikale Kulturkritik und Ausdruck von Godards verzweifeltem Zynismus angesichts einer Welt, die sich nicht wirklich ändern lässt, ist "Weekend" auch über 40 Jahre nach seiner Entstehung noch spannend. Godard selbst bezeichnete seine politische Farce als "Film verirrt im Kosmos", "gefunden auf dem Schrotthaufen". Ein Film, der die konventionellen Erzählmuster des Kinos ad absurdum führt und in ein Puzzle zerlegt, das jeder Zuschauer anders zusammensetzen kann. Eine extremere Zivilisationskritik kann man sich kaum vorstellen!

Foto: HR/Degeto

Darsteller

Jean-Pierre Léaud
Weitere Darsteller
Mireille Darc Jean Yanne Jean-Pierre Kalfon Yves Afonso Yves Beneyton Juliet Berto Michèle Breton Michel Cournot Lex De Bruijn Omar Diop Jean Eustache Jean-Claude Guilbert Paul Gégauff Blandine Jeanson Louis Jojot Valérie Lagrange Ernest Menzer Daniel Pommereulle Isabelle Pons Helen Scott Georges Staquet László Szabó Virginie Vignon Anne Wiazemsky

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