Es ist eine Frage, die mindestens so alt zu sein scheint wie das Alte Testament: Kann ein Mensch im Bauch eines Wals überleben? Der biblische Prophet Jona wurde in der Antike schon von einem "großen Fisch" (später gedeutet als Wal) verschluckt. Bis ins 19. Jahrhundert kursierten Berichte über Walfänger, die von den Meeresriesen verschlungen und dann doch wieder befreit wurden. Pinocchio landete mit einem ganzen Boot im Inneren des Wals. Ihnen allen folgt nun ein gewisser Jay Gardiner, der wenig beneidenswerte Held in "Whalefall".
Kann der Mensch also nun im Wal überleben? Darauf hätten die allermeisten Fachleute wohl die ungefähr gleiche ernüchternde Antwort – eine, die kaum für einen abendfüllenden Hollywood-Film reichten würde. Der Regisseur und Autor Brian Duffield, unter anderem bekannt als Schöpfer der King-Kong-Serie "Skull Island", wirft seinen Protagonisten Jay Gardiner (Austin Abrams) trotzdem hinein ins gefährliche Nass und von dort aus weiter in den Schlund der Bestie, wo sich bald ein überwältigend großer und gleichzeitig sehr beengter Survival-Thriller abspielt.
Jay Gardinger ist Taucher, so wie auch sein Vater Mitt (Josh Brolin) einer war. Und jetzt ist sein Vater tot. Jay macht sich im Pazifik mit voller Montur auf, die sterblichen Überreste von Mitt zu suchen. Das Meer in "Whalefall" ist tief, dunkel, beängstigend, und es beherbergt manche ungeheuerliche Kreaturen: Bei einem seiner Tauchgänge begegnet Jay einem Pottwal, der gerade einen Riesenkalmar jagt. Und dann befindet Jay Gardiner sich plötzlich im Inneren des gigantischen Meeressäugers. Sein Sauerstoffvorrat hält noch für etwa eine Stunde ...