Rupert Grint spielte über zehn Jahre in einer der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten. Sein Name wird stets mit "Harry Potter" verbunden bleiben, für viele Menschen wird er für immer Ron Weasly sein. Nach dem Ende der achtteiligen Reihe 2011 hat es für Grint auch nicht mehr viele große Kinorollen gegeben. Stattdessen, ganz ähnlich wie Daniel Radcliffe (Harry Potter) und Emma Watson (Hermine), fokussiert er sich auf, nun ja, speziellere Projekte für die Nische. So wie jetzt etwa "Nightborn".
"Nightborn" wird nicht annähernd so viele Menschen ins Kino locken wie irgendein "Harry Potter"-Film. Aber bei den Menschen, die den Film sehen, dürfte er einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Regie führte Hanna Bergholm, die sich zuletzt unter anderem mit dem preisgekrönten Body-Horrorfilm "Hatching" (2022) einen Namen machte und auch jetzt wieder mit Autor Ilja Rautsi arbeitete. Mit "Nightborn" war sie zuletzt erstmalig in den Wettbewerb um den Goldenen Bären bei der Berlinale eingeladen.
Erzählt wird ein Familien-Drama, das im Verlauf der gut 90 Minuten immer groteskere Horror-Züge annimmt. Rupert Grint verkörpert im Film Jon, einen besonnenen, bodenständigen Briten, der mit seiner Frau Saga (Seidi Haarla) in deren Heimat auswandert: nach Finnland, mitten hinein in die Wildnis, wo Sagas Familie ein altes Anwesen besitzt. Saga wird schwanger, ein Kind kommt zur Welt, alles ist wunderbar. Aber dann wird aus diesem Traum von einem ganz neuen Leben in Finnland ein echter Albtraum. Saga hat zunehmend Probleme mit dem neugeborenen Jungen. Das Kind will offenbar nicht ihre Muttermilch trinken, sondern ihr Blut.