Zuallererst kam "Superman" (2025), danach "Supergirl" (2026) – eine naheliegende und gut nachvollziehbare Reihenfolge für den Start in das neu gestartete DC Universe. Und was kommt direkt danach? Nicht etwa Batman (ein neuer Film mit Robert Pattinson ist für 2028 geplant), nicht Wonder Woman, nicht The Flash oder Aquaman, sondern: Clayface, der Mann aus Lehm. Jenseits der Comic-Szene wird man mutmaßlich nur wenige Menschen finden, die überhaupt je von ihm gehört haben.
James Gunn und Peter Safran, die Kreativchefs der 2022 neu gegründeten DC Studios, hatten sicher gute Gründe, sich bei Film Nummer drei für "Clayface" zu entscheiden. Was auffällt: Mit diesem FSK-16-Titel aus der Body-Horror-Ecke geht es diesmal in eine völlig andere Richtung als mit den Mainstream-Produktionen "Superman" und "Supergirl". Der Ansatz erscheint durchaus klug, zumal das allgemeine Interesse an klassisch angelegten Comic-Verfilmungen zuletzt deutlich nachzulassen schien.
Ein ausschlaggebender Punkt könnte auch gewesen sein, dass die Idee zu "Clayface" von Mike Flanagan kam. Der Autor, Regisseur und Produzent ("Ouija", "The Life of Chuck", "Carrie") gehört derzeit zu den gefragtesten Kreativköpfen in Hollywood, vor allem dann, wenn es um düstere Stoffe geht. 2027 bringt er "Der Exorzist: Märtyrer" mit Scarlett Johansson ins Kino. Schon 2021 sprach Flanagan erstmals über den Wunsch, einen eigenen Film für "Clayface" zu entwickeln. Nach dem DC-Neustart schrieb er dann ein entsprechendes Drehbuch. Inszeniert wurde der Film von James Watkins ("Die Frau in Schwarz", "Black Mirror").
Was hat es nun also mit diesem "Clayface" auf sich? Ursprünglich ist er ein ganz normaler Typ in Gotham City: Matt Hagen (Tom Rhys Harries) arbeitet als Schauspieler, angetrieben vom Traum einer großen Karriere. Dann aber gerät er an die falschen Leute. Ein übler Anschlag entstellt sein Gesicht, Hagen unterzieht sich einer revolutionären, noch wenig erprobten Behandlungsmethode. Sein Äußeres wird dabei scheinbar perfekt wiederhergestellt. Aber es gibt Nebenwirkungen, psychisch wie körperlich: Hagens Zellen vermehren sich nach der Behandlung unkontrolliert und verursachen immer wieder "unerklärliche Mutationen" ...