Man sieht Kutten des Ku-Klux-Klans im Trailer und ein brennendes Kreuz – einige werden sich an den Klassiker "Mississippi Burning" (1988, sechs Oscar-Nominierungen) mit Gene Hackman, Willem Dafoe und Frances McDormand erinnern. Ein derart hochwertiges Kino-Erlebnis sollte man von "By Any Means" vielleicht nicht erwarten, die bisherigen Kritiken zu dem US-Drama fielen durchwachsen aus. Das Setting und die Stimmung sind aber ganz ähnlich angelegt wie damals in "Mississippi Burning": Südstaaten-Rassismus der 1960er-Jahre von seiner hässlichsten Seite und ein paar Cops, die "mit allen Mitteln" (auf Englisch: "by any means") aufräumen wollen.
Special Agent Wayne Strider (Yahya Abdul-Mateen II) wird gefragt, was ihn zum FBI geführt habe. Er verweist in seiner Antwort auf den "Glauben an Gerechtigkeit" – und auf die Überzeugung, "dass Schwarze sie im gleichen Maße erfahren sollten". Strider, selbst schwarz, ist ein Idealist, zumindest zu Beginn dieses Films. Ein Mann, der üblicherweise viel am Schreibtisch sitzt und sich an Protokolle hält. Sein Gegenüber in "By Any Means", Gregory Scarpa (Mark Wahlberg), ist so ungefähr das genaue Gegenteil: ein brutaler Schlägertyp, der Kniescheiben mit Baseballschlägern zertrümmert und Probleme auch mal mit dem Revolver löst.
Gregory Scarpa – den Mann gab es wirklich, so wie auch einige andere Figuren in diesem fiktionalisierten Südstaaten-Thriller, das Regisseur Elegance Bratton und Drehbuchautor Sascha Penn "nach einer wahren Geschichte" erzählen. Alles beginnt mit drei Bürgerrechtlern, die 1964 spurlos verschwinden. FBI-Ermittler Strider soll herausfinden, was da unten im Süden vor sich geht, doch er stößt auf eine Mauer des Schweigens. Niemand will reden, schon gar nicht mit dem FBI. Also entschließt man sich dort, "unorthodoxe" Wege zu gehen und zur Unterstützung Gregory Scarpa anzuheuern – ein langjähriger Capo der New Yorker Mafia, der genau weiß, wie man Leute zum Reden bringt.