Die Rede ist von 36 bis 80 ermordeten Mädchen, je nach Zeugenaussage. Die Aussagen kamen allerdings unter Folter zustande, und im Hintergrund soll durch den ungarischen Adel auch ordentlich gegen die Angeklagte intrigiert worden sein, die 1614 als verurteilte Mörderin starb. Wie böse die Gräfin Elisabeth Báthory wirklich war, lässt sich heute nur noch schwer sagen. Es muss sich aber doch um ein ziemlich abscheuliches Frauenzimmer gehandelt haben, umgeben von einer solchen Finsternis, dass man sich auch über 400 Jahre nach ihrem Tod noch gruselige Geschichten über sie erzählt. Ganz aktuell etwa im Kinofilm "Die Blutgräfin".
Die Geschichte von der vampirischen "Blutgräfin", die für ewige Jugend angeblich im Blut zu Tode gequälter Mädchen badete, wird im Kulturbetrieb seit dem frühen 18. Jahrhundert immer wieder aufgegriffen – früher in Büchern, dann in Hörspielen, Heavy-Metal-Songs und unzähligen Filmen. Die neueste Kino-Adaption von Ulrike Ottinger (Regie und Drehbuch, mit Elfriede Jelinek), immerhin, nimmt den grausigen Kult mit Humor. "Die Blutgräfin" ist eine Horror-Komödie, die wunderbar in die Halloween-Saison passt und das Publikum nicht nur mit herrlich dekadenten Bildern und einer fantastisch-abgründigen Geschichte lockt, sondern auch mit vielen Stars wie Lars Eidinger, Burghart Klaußner, Conchita Wurst, Christine Urspruch und Karl Markovics. Die Titelrolle der "Blutgräfin" spielt Frankreichs Kino-Star Isabelle Huppert.
Hauptschauplatz der Erzählung ist zunächst das Wien der Gegenwart, wo die Gräfin Báthory nach vielen hundert Jahren mit Widerwillen dem drohenden Ende ihres Vampirreichs entgegenblickt. An Blut zu kommen, wird für sie immer schwieriger. Zudem kursiert da draußen in der Welt irgendwo ein geheimnisvolles Buch mit der Macht, allen bösen Dingen ein Ende zu bereiten. Um das Unheil doch noch irgendwie abzuwenden, stürzen Gräfin Báthory und ihre treue Zofe Hermine (Birgit Minichmayr) sich in ein blutiges Abenteuer mit vielen absurden Begegnungen und reichlich Wiener Schmäh.