35 Jahre nach seinem Debüt als "Terminator" hat sich Arnold Schwarzenegger (72) dazu entschieden, erneut in diese Rolle zu schlüpfen – trotz Herz-OP.

Die Rolle als "Terminator" machte Arnold Schwarzenegger endgültig zum Star. Die Filmzitate "Hasta la vista, Baby" und "Ich komme wieder" erlangten Kultstatus. Und er kam wirklich wieder. Nach einem durchaus erfolgreichen Ausflug in die Politik –  von 2003 bis 2011 war der gebürtige Österreicher Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien stand Schwarzenegger zuletzt seltener vor der Kamera. Doch in "Terminator: Dark Fate" spielt der mittlerweile 72-Jährige noch einmal seine berühmteste Rolle. Im Interview erklärt er, warum er das Angebot trotz einer Herz-OP annahm und was James Cameron mit seinem Comeback zu tun hat.

Wieso kommen Sie als Terminator zurück? Hat es damit zu tun, dass James Cameron, Regisseur von Terminator 1, diesmal als Produzent dabei war?

Ich finde es toll, dass James Cameron Terminator wieder hat. Das gesamte Projekt, das gesamte Franchise. Die Tatsache, dass Cameron diese Filme so liebt, weckte in mir das Verlangen, auch wieder mit dabei zu sein. Wir alle waren wieder vereint, das alte Team. Sogar Linda Hamilton kam zurück. Wir konnten es gar nicht erwarten eine neue, fesselnde Terminator-Story zu erschaffen. Und genau das haben wir getan.

Apropos Linda Hamilton. Finden Sie es wichtig, starke Frauen in Action-Filmen zu sehen?

Auf jeden Fall. Cameron hat noch nie einen Film gedreht, in dem nicht mindestens eine starke Frau mit dabei war. Linda Hamilton war der Star in Terminator 1. Avatar, Titanic, Aliens – in all seinen Filmen sind Frauen die Helden.

So wie im wirklichen Leben?

In vielen Dingen sind Frauen die Stärkeren. Nicht nur Männer können Helden sein. Frauen können das genauso gut.

Damit wir einen kleinen Einblick bekommen: Sind Sie diesmal ein Mensch oder eine Maschine?

Ich bin immer noch ein Cyborg, eine Mischung aus lebendigem Organismus und Maschine. Und auch immer noch dasselbe Model 101, T-800. Es bleibt alles gleich.

Ist er nicht in "Terminator 2 - Tag der Abrechnung" gestorben? Wie funktioniert das?

Aber wir wissen doch gar nicht, wer "er" ist!

Dann erklären Sie es uns doch mal.

Wir erklären solche Dinge nicht. Angeblich bin ich im ersten Teil schon gestorben, doch ich kam im zweiten Teil zurück. Wie funktionierte das? Maschinen sterben nicht! James Cameron hatte schon immer die Idee, in der Fabrik zu drehen, in der der Terminator erschaffen wurde. Wir zeigten kurz im Trailer des zweiten Teils, wie er kreiert wird, aber wir haben nie erklärt, wie viele tatsächlich geschaffen wurden. Im dritten Teil sind wir kurz darauf eingegangen, haben aber nicht wirklich etwas verraten, sondern nur angedeutet. Camerons Vision war eigentlich immer, etwas zu produzieren, wo wir viele Terminator, alle in einer Reihe stehend, sehen.

Lassen Sie uns mal über den berühmten Satz von Terminator sprechen: "Ich komme wieder"

(lacht) Da gibt es eine lustige Geschichte zu. Vor Jahren fragte ich James Cameron, ob ich diesen Satz wirklich genau so sagen soll. Für mich klang er eigenartig, sogar lustig. Er fragte mich, wie es denn im Drehbuch steht. Ich erwiderte, im Drehbuch steht: "Ich komme wieder". Daraufhin sagte er zu mir – und das werde ich nie vergessen: "Ich kritisiere deine Schauspielerei nicht, wieso kritisierst du mein Schreiben?" Ich fühlte mich wie ein Vollidiot. Nie hätte ich damals gedacht, dass ausgerechnet dieser Satz weltberühmt wird (lacht).

Gibt es in diesem Film auch wieder einen Satz, den die Zuschauer aufgreifen werden?

(überlegt) Das kann man vorher nie so wirklich sagen. Wir haben mehrere solcher Sätze auf Lager. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, als ich "Hasta la vista, Baby" gesagt habe, dass die Zuschauer diesen Satz aufschnappen werden (lacht).

Drei Monate vor Drehbeginn hatten Sie eine Herzoperation. Musste deshalb etwas im Film verändert werden?

(lacht) Nein! Ich war sofort wieder der Alte. (überlegt) Ich glaube es war gut, dass ich ein Ziel hatte. Die OP war nicht geplant, sie kam überraschend. Ich war eigentlich im Krankenhaus, um eine Lungenklappe zu ersetzen. Doch während der Operation ging etwas schief. 18 Stunden später bin ich mit der Nachricht aufgewacht, dass sie meine Brust öffnen mussten, um an mein Herz zu gelangen. So schnell kann es gehen.

Wie haben Sie das geschafft?

Ich habe es mir in den Kopf gesetzt (lacht). Das erste war, dass ich so schnell wie möglich das Krankenhaus verlassen musste, damit ich mit dem Trainieren anfangen kann. Ich musste mich bewegen, und zwar so schnell wie möglich. Die Kräfte kommen sofort zurück, wenn der Wille da ist und sie einen Zweck erfüllen. Der Film war mein Zweck.