Comedy-Expertin Mirja Boes begibt sich in der neuen RTL-Serie "Beste Schwestern" in standardisieren Spaß und Zoff mit der jüngeren Schwester.

Schwestern lieben sich und streiten sich und vertragen sich wieder. So der Standardablauf für Romanautoren und Drehbuchschreiber, die eine lustige Geschwistergeschichte erzählen, sich aber mit realem Leben und dessen innewohnender Komik nur am Rande beschäftigen wollen. Aktuelles Beispiel dafür ist die neue RTL-Serie "Beste Schwestern", die nun jeweils donnerstags, um 21.45 Uhr, ausgestrahlt wird.

Die achtteilige Comedy-Produktion mit Mirja Boes und Sina Tkosch in den Hauptrollen erzählt von zwei ungleichen Schwestern, die frisch zusammenwohnen und von einem Chaos ins nächste geraten. Klischeehafte Konstellationen und Billig-Humor trüben den Spaß jedoch.

Bieder-bodenständiger Schenkelklopferhumor

Normalerweise ist Stand-up-Comedienne Mirja Boes vor allem in Sketch- und Bühnenshows zu sehen; abgesehen von Ausnahmen wie der Serie "Angie", in der sie eine Parfümeriemitarbeiterin spielte. Vielleicht wirkt deshalb beinahe jede Szene aus "Beste Schwestern" wie ein schnell dahingekritzelter Sketch aus "Ich bin Boes". Als große Schwester und verantwortungsbewusste Tierpflegerin Eva gibt die geborene Viersenerin in der RTL-Serie die Erwachsenenrolle mit bieder-bodenständigem Schenkelklopferhumor.

Passend zu ihrer Rolle in der gepriesenen Webserie "Der Wedding kommt" spielt Sina Tkotsch indes die kleine verspielte und freiheitsliebende Nesthäkchen-Schwester Toni, die zwar schon erwachsen ist, aber von Eva wie schon zu Kindertagen bemuttert wird. Nun will Toni, die gerade nach langer Zeit aus Ibiza zurückgekommen ist, bei Eva einziehen. Ein in jeder Hinsicht problematisches Vorhaben – denn während sich die alleinerziehende Eva um Tochter Marie (Laurena Marisol Lehrich) kümmert und für den Lebensunterhalt sorgt, hat Toni nur Party und Chaos im Kopf.

Wie aus dem Baukasten

"Beste Schwestern" lebt von Figurenklischees und konventionellen Charakterkonstellationen, zudem von standardisierten Dialogen aus den Bereichen Familie, Beziehung, Mode, Freunde, Freizeit, die nach dem Baukastenprinzip zusammengestückelt scheinen: Toni macht etwas Unvernünftiges, Eva ist genervt und bringt einen Sketch-Kommentar, Toni wehrt sich mit einem unlustigen Verweis auf die Spießigkeit ihrer Schwester – kurz: Humor für Leute mit wenig Humor.


Quelle: teleschau – der Mediendienst