Auch ohne die letzte und finale Staffel von "Game of Thrones" verspricht 2018 ein aufregendes Serien-Jahr zu werden. Wir haben die vielversprechendsten Formate, die im Fernsehen und bei den Streamingportalen zu sehen sind, zusammengestellt. Die Auswahl reicht von Superhelden-Sagas über die für Deutschland mittlerweile obligatorischen Krimi-Serien bis hin zu aufwändigen Historien-Dramen.

Liebeserklärungen an Berlin

Gleich zwei der besten Serien, die 2018 zu bieten hat, spielen in der Metropole an der Spree. "Dogs of Berlin", die zweite deutsche Eigenproduktion von Netflix, zeigt die Hauptstadt als hartes Pflaster. In der Krimiserie wagen sich unter anderem Hannah Herzsprung und Fahri Yardim in die Berliner Unterwelt.

Mit Neuköllner Folklore geht es auf TNT Serie und Sky in Staffel 2 von "4 Blocks" (u.a. mit Frederick Lau und Kida Khodr Ramadan) weiter, die voraussichtlich im Frühjahr 2018 ausgestrahlt wird.

Ebenfalls bereits im vergangenen Jahr für viel Aufsehen sorgte die Serie "Babylon Berlin", eine gemeinsame Produktion von ARD und Sky, ca. 40 Millionen Euro teuer und nicht zuletzt ein rauschendes Porträt des Berlins der Goldenen Zwanziger. Im Herbst werden die ersten beiden Staffeln als Free-TV-Premiere im Ersten ausgestrahlt, Staffel 3 und 4 dürften noch in diesem Jahr auf Sky verfügbar sein.

Mystery und Übernatürliches

"Dark" und "Stranger Things" wurden zwar oft miteinander verglichen – in beiden Serien spielen 80er-Nostalgie, Übernatürliches und mutige Kinder die Hauptrollen. Und doch entwickeln sich die erste deutsche Netflix-Produktion und die US-Produktion desselben Anbieters in sehr unterschiedliche Richtungen. Mit den zwischenmenschlichen Verstrickungen in der Kleinstadt Winden geht es mit Staffel 2 von "Dark" voraussichtlich Ende 2018 weiter. Staffel 3 von "Stranger Things" dürfte bereits Mitte 2018 starten.

Klassiker in Neuauflage

"Das Boot", der Filmklassiker von Wolfgang Petersen über ein U-Boot im Zweiten Weltkrieg, bekommt 2018 eine Neuauflage als Serie. Die achtteilige Bavaria-Produktion soll rund 25 Millionen Euro verschlungen haben und wird auf Sky zu sehen sein.

RTL Crime wiederum hat eine Serien-Adaption für den Klassiker "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" aus dem Jahr 1931 geschaffen, in der unter anderem Lars EidingerMoritz Bleibtreu und Bela B mitspielen. Die sechs Folgen werden 2018 auf RTL Crime laufen.

Rückkehr der Superhelden

Die Superhelden verdienen an dieser Stelle eine eigene Kategorie, denn Netflix erzählt in diesem Jahr die Geschichten gleich mehrerer Marvel-Charaktere weiter. Im Frühjahr 2018 wird die missmutige, trinkende Privatdetektivin Jessica Jones in Staffel 2 der gleichnamigen Serie wieder ermitteln.

Und auch weitere Superhelden, die im vergangenen Jahr in den "Defenders" aufeinander getroffen sind, sind jetzt wieder in eigener Sache unterwegs: Staffel 3 von "Daredevil" ist seit Längerem angekündigt und startet möglichweise Ende 2018. Dasselbe gilt für Staffel 2 von "Luke Cage".

Historien-Epen fürs Fernsehen

Eine dokumentarische Drama-Serie liefert ARTE im Frühjahr 2018 mit "18 – Krieg der Träume". Die acht Teile sind die Fortsetzung der Reihe "14 – Tagebücher des Ersten Weltkrieges" und porträtieren Europa im Zweiten Weltkrieg, der sich zum 100. Mal jährt. Unter den Autoren ist unter anderem Camilla Ahlgren ("Die Brücke").

Medizinhistorisch wird es 2018 in der ARD mit Staffel 2 der UFA-Produktion "Charité" unter der Regie von Sönke Wortmann.

Kriminelle aus dem echten Leben

"Narcos" geht voraussichtlich Ende 2018 auf Netflix mit Staffel 4 weiter, wenn auch ohne Hauptdarsteller Pedro Pascal ("Game of Thrones"). Statt in Kolumbien soll die neue Staffel in Mexiko spielen und auch dort wieder von Drogenkriminalität handeln. Die bereits angekündigten neuen Protagonisten sind Diego Luna ("Rogue One") und Michael Peña ("Der Marsianer – Rettet Mark Wattney").

Ebenfalls an einem wirklich geschehenen Verbrechen orientiert sich Staffel 2 der US-Serie "American Crime Story", nämlich der Ermordung des Modedesigners Gianni Versace im Jahr 1997. Nicht nur die Geschichte von "The Assassination of Gianni Versace" gibt viel her: Donatella Versace wird von niemand Geringerem gespielt als einer nunmehr wasserstoffblonden Penélope Cruz. Die Serie ist ab dem 29. Januar auf Sky Atlantic HD zu sehen und zeitgleich beim VOD-Anbieter Sky online abrufbar.

Weniger düster: Comedy und Sitcoms

Im TV wie auch bei den Video on Demand-Anbietern überwiegen bei den Neuerscheinungen zwar die schweren, düsteren Stoffe und die Krimis. Doch auch leichte und witzige Serien sind unter den Highlights: Auf RTL läuft ab dem 23. Januar 2018 Dienstagabends die neue Serie "Sankt Maik" über einen Kleinganoven, der unerwartet zum Pfarrer einer Provinzgemeinde aufsteigt.

Auf Netflix läuft seit Januar Staffel 3 der Serie "Lovesick" über einen Mittzwanziger, der nach einer Chlamydien-Infektion alle seine bisherigen Sex-Partnerinnen kontaktieren muss. Für Drehbuch und Regie gab es unter anderem zwei Nominierungen bei den BAFTA Awards.

Die großen Drama-Serien in 2018

In der Königsdisziplin fehlen in diesem Jahr voraussichtlich zwei der erfolgreichsten Serien: Die achte und letzte Staffel von "Game of Thrones" wurde auf 2019 verschoben. Bis dahin kann man Staffel 7 im Free-TV ab Februar auf RTL 2 genießen.

Der Start der sechsten und damit ebenfalls letzten Staffel "House of Cards" wiederum wurde nach den Sexismus-Vorwürfen gegen Hauptdarsteller Kevin Spacey verschoben. Ohne Spacey, dafür aber mit Claire Underwood (Robin Wright), soll es frühestens Ende 2018 oder Anfang 2019 auf Netflix weitergehen.

Dafür werden andere großartige Drama-Serien 2018 fortgesetzt. Staffel 6 von "Orange is the New Black" wird voraussichtlich im Sommer 2018 auf Netflix abrufbar sein. Mit der französischen Produktion "Marseille" hat Neflix außerdem einen weiteren Polit-Thriller im Angebot, der darüber hinaus noch atmosphärische Bilder der französischen Mittelmeer-Metropole liefert. Staffel 2 läuft auf Netflix ab dem 23. Februar 2018.

Die erste Staffel der Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" über eine Schülerin, die Selbstmord begeht, wurde bereits weltweit kontrovers diskutiert. 2018 geht es mit Staffel 2 weiter, in der der Tod von Hannah Baker sowie die Folgen ihres Selbstmords auf die anderen Figuren neu aufgerollt wird.

Eine kaum wiederzuerkennende Iris Berben ist in der ZDF-Drama-Serie "Die Protokollantin" zu sehen. Deren unauffällige Protagonistin (Berben) arbeitet als Schreibkraft in einem Morddezernat, ihre Geschichte wird in fünf Teilen à 60 Minuten erzählt.