In den 60ern war "Solo für U.N.C.L.E." eine überaus beliebte US-Serie. Und eine außergewöhnliche noch dazu. Denn die beiden Hauptcharaktere waren ein Amerikaner und ein Russe. Und das nicht als Gegner, sondern als Partner. Gespielt wurde Napoleon Solo damals vom Amerikaner Robert Vaughn. Als Illya Kuryakin musste der Brite David McCallum herhalten. Ein echter Russe, das war in Zeiten des Kalten Krieges offenbar undenkbar. Guy Ritchie hat die Serie im Jahr 2015 unter dem Titel "Codename U.N.C.L.E." als Kinofilm adaptiert. Seine Version läuft als Free-TV-Premiere auf ProSieben und bietet mit Henry Cavill als Solo und Armie Hammer als Kuryakin erneut ein britisch-amerikanisches Duo ohne russischen Vertreter.

"Codename U.N.C.L.E" beginnt mit einer spektakulären Flucht aus Ost-Berlin: Zusammen mit der Automechanikerin Gaby (Alicia Vikander, "Ex Machina") macht US-Agent Napoleon Solo "rüber". Mit dem Sportwagen heizen die beiden durch den Ostteil der Stadt, bevor sie schließlich die erst kürzlich errichtete Berliner Mauer überqueren, in typischer Agentenmanier, mit einer selbstgebauten Seilbahn. Ihnen auf den Fersen ist der KGB-ler Kuryakin. Auch er will Gaby, schließlich ist sie die Tochter jenes deutschen Wissenschaftlers (Sylvester Groth), der im Auftrag einer Verbrecherorganisation eine Atombombe bauen soll.

Gaby soll Napoleon Solo zu ihrem Vater führen und zu Victoria Vinciguerra (Elizabeth Debicki), die am malerischen Golf von Neapel an der Bombe basteln lässt. Als KGB und CIA merken, dass sie der drohenden Gefahr nicht allein Herr werden können, lassen sie die einstigen Rivalen Solo und Kuryakin zusammenarbeiten. Dem Yankee und dem Sowjet-Agenten widerstrebt dies zunächst. Der höheren Sache wegen rauft man sich aber dann doch zusammen.

Kabbeln in Dauerschleife

So rasant, wie "Codename U.N.C.L.E" beginnt, so schnell bremst Regisseur Guy Ritchie seinen Film wieder aus. Anstatt auf Action verlässt sich Ritchie über weite Strecken auf seine beiden Hauptdarsteller, die sich in Dauerschleife kabbeln. Henry Cavill und Armie Hammer mögen als Agenten beide zwar hübsch anzusehen sein, nur: Ihnen fehlt der Charme. Und die Chemie zwischen ihnen stimmt nicht. Daran leidet der ganze Film.

Man merkt "Codename U.N.C.L.E" seine Vorbilder an: Neben der TV-Serie sind das die Sean Connery-"Bonds" aus den 60ern. Die Ausstattung immerhin stimmt, die Agenten spielen mit lustigen Gimmicks. Was dem Film fehlt, sind das Gespür für Timing und ein klarer Spannungsbogen. Mit seiner recht simplen Agentenstory gelingt es "Codename U.N.C.L.E" nicht so recht über seine komplette Laufzeit hinweg zu unterhalten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst