Anne, Urte und Johanna wurden als Kinder sexuell missbraucht. Im Film "Das dunkle Geheimnis" von Mechthild Gaßner, der nun im Rahmen von "37°" zu sehen ist, sprechen drei sehr mutige Menschen über ihre jeweils schlimme Vergangenheit.

Sie sollte doch der Hort des Vertrauens sein: die Familie! Aber es gibt zu viele Kinder, die genau in diesem Umfeld, das den kleinen Menschen doch Schutz und Geborgenheit geben sollte, die schrecklichsten Erlebnisse ertragen müssen. Diese Erfahrungen sind traumatisch, meistens begleiten sie die Opfer ein Leben lang. Alarmierende Zahlen belegen das.

Laut aktuellen Erhebungen erfährt jedes siebte Kind in Deutschland sexuelle Gewalt. Besonders häufig stammt der Täter aus der eigenen Familie oder dem familiären Umfeld. Bei Urte war es der Großvater, bei Johanna der Vater, bei Anne die eigene Mutter. In der aufwühlenden Reportage von Mechthild Gaßner, die im Zweiten nun im Rahmen von "37°" zu sehen ist, haben die drei Geschädigten die Kraft aufgebracht, über ihre dunkle Vergangenheit als Kinder zu sprechen. Zu lange hatten sie ihr Leid ohnehin schon verdrängt.

Auch wenn Anne, Urte und Johanna es heute bis zu einem verhältnismäßig guten Leben gebracht haben, bleibt das Erlebte als Kind doch immer auch bestimmend. Ein Rezept gegen eine oft wiederkehrende seelische Pein ist, den Schmerz zu ertragen. Oder wie Anne es ausdrückt: "Ich habe jetzt gelernt, den Rucksack so zu packen, dass ich ihn tragen kann."


Quelle: teleschau – der Mediendienst