Für Manuela entwickelte sich ein Routineeingriff zum Albtraum: Sie infizierte sich mit multiresistenten Keimen und leidet noch heute unter den Folgen. Die "37°"-Reportage begleitet sie und eine andere Betroffene.

Das Leben von Manuela K. änderte sich mit einem einfachen Routineeingriff. Sie wurde am Knöchel operiert. Zur Stabilisierung setzten die Ärzte ihr eine kleine Metallplatte ein. Doch Wochen nach der Operation entzündete sich die Wunde. Manuela war damals 24 Jahre alt. Martina ist heute Anfang 50. Länger als ihr halbes Leben kämpft sie mit diesem sogenannten Routineeingriff und dessen fatalen Folgen! Was sehr lange und nach unzähligen Eingriffen noch immer niemand wusste: Martina hat sich einen multiresistenten Keim eingefangen. Damit ist sie in Deutschland längst kein Einzelfall. Im Film "Der unsichtbare Feind" von Mechthild Gassner, der nun im Rahmen von "37°" im Zweiten zu sehen ist, heißt es, dass bis zu 600.000 Menschen jedes Jahr innerhalb der Republik an Infektionen durch multiresistente Keime erkranken. Rund 15.000 Menschen sterben daran. Erschreckend zudem: Die Tendenz ist steigend.

Das Privatleben von Martina zerbrach unter der Last der so lange nicht erkannten Krankheit. Sogar Freunde wandten sich von ihr ab – aus Angst vor Ansteckung. Dass sie heute wenigstens einigermaßen "Ruhe vor dem Keim" habe, wie sie es formuliert, ist nur möglich mithilfe von Morphinpflastern und einer Handvoll Tabletten, die sie täglich nehmen muss.

Wie bei Martina war es auch bei Irmtraut Günther eine Operation, die mehr schadete als nutzte. Die 83-Jährige lag in Folge einer Infektion nach einem Eingriff am Hüftgelenk sieben Monate im Krankenhaus. Sie wird in der Berliner Charité heute mit Phagen, bakterienfressende Viren, behandelt. Doch in Deutschland ist diese Therapie noch nicht zugelassen. Phagen dürfen zurzeit nur eingesetzt werden, wenn es keine alternativen Antibiotika mehr gibt und wenn eine Amputation droht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst